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Murder
Story

Ein Mann wurde ermordet. Seine Putzfrau hat ihn am Morgen tot aufgefunden. Doch wer war der Mörder?

Meinung

Schlicht und einfach "Murder" heißt dieser Kurzfilm von Allroundtalent Makoto Wada, seines Zeichens Designer, Grafiker, Illustrator, Schriftsteller, Komponist und eben auch Film-, bzw. in diesem speziellem Fall, Animeschaffender. Wobei er aber seinen Hauptfokus klar auf das Design legt.
Nun, hier hat er eine seiner vielen Ausnahmen gemacht.
In Murder erzählt er uns die Geschichte eines Verbrechens, genauer gesagt eines Mordes, vom Auffinden der Leiche bis zur Verhaftung des Täters. Und das in sieben verschiedenen Variationen.
Es geht los mit einem Sherlock Holmes verschnitt, der gründlich den Tatort untersucht und aus allen Spuren dann den Mörder ableitet. Als nächstes kommt der daheim Grübler, der lediglich aus einem Zeitungsartikel sämtliche Schlüsse folgert und so am Ende zu Täter kommt. Danach folgt der Zeugenbefrager im gelben Dick Tracy Mantel. Er spricht mit allen und jedem um auch noch die letzte Information die er braucht zu bekommen und schließlich den Täter zu überführen.
Bis dahin noch relativ normal und in den Grenzen des Krimis, aber nun wechselt es wild hin und her. Ein puritanisch aussehender Ermittler entdeckt das der Tote in Wahrheit ein Vampir ist und bezwingt ihn mit Knoblauch und Kruzifix. Ein "James Bond"-like Agent löst den Fall mit Bäng Bumm Bäng und erobert nebenbei noch die Damenwelt. Ein Wissenschaftler hingegen kommt dank seines Computers auf die Spur des Täters und schließlich hinter dessen außerirdisches Geheimnis. Und zu guter Letzt erwartet uns eine abgedrehte Arthouse-Variante des Ganzen, in der der Fall von einer Beziehungsgeschichte in wuchtiger schwarz-weiß Optik verdrängt wird und die Kamera lieber im ausgedehnten zeigen pompöser Architektur und ebenso pompöser Szenenbilder schwelgt, als sich um das eigentlich Thema zu kümmern.
Man sieht, es geht hoch her in diesem kurzen Experiment aus der Zeit als Anime noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen steckten.
Zeichnungen und Animationen sind dementsprechend auch noch sehr bescheiden. Einfachste Figuren bewegen sich in gröbsten Animationen vor kaum vorhandenen Hintergründen. Meist wird auch einfach nur ein festes Bild langsam über ein anderes geschoben. Einzig in der letzten Episode hat man etwas mehr Farbe aufs Papier gebracht, um der Arthouseepisode den nötigen aufwendigen Look zu verleihen. Vielleicht hat man sich auch genau deshalb bei den vorhergehenden so zurückgehalten, damit der nötige Unterschied deutlich wird? Aber das ist pure Spekulation. Es wird wohl in der Tat eher am Aufwand gelegen haben.
Im Grunde ist es auch egal, diesen Kurzfilm wird man sich wohl kaum wegen seiner tollen Optik ansehen. Was ihn auszeichnet sind die kurzen, aber dennoch wunderbar treffenden Genreparodien. Besonders die Arthouse- und die James Bond Parodie sind einfach herrlich. In wenigen Momenten hat Makoto Wada geschickt die wichtigsten Punkte eingefangen, die diese Filme ausmachen, was das ganze zu einem schönen Spaß macht. Nicht irgendwie bös gemeint, sondern mit einem ironischen Augenzwinkern.
So ist "Murder" sicher nicht für den "normalen" Animefan geeignet, sondern eher für Raritätensammler oder Filmfreunde im allgemeinen. Aber die wird vielleicht die veraltete Zeichentrickoptik abschrecken.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

 Info
Originaltitel:Murder
Lauflänge:ca. 10 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1964
Regie:Makoto Wada
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 4.jpg 4/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-483.htm