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Memory
Story

Täglich sehen wir 1000sende Dinge. Eine schier unendliche Anzahl an Reizen wird von unseren Augen an unser Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. Meist unterbewusst und ohne das wir überhaupt etwas davon mitbekommen. Eine alte Frau die wir an der Ampel überholen, schon wenige Schritte weiter ist sie vergessen. Von unserem Gehirn als unwichtig verworfen.
Doch es gibt Dinge die man nicht vergisst. Die zu Erinnerungen werden, die uns über verschiedenste Zeiträume begleiten. Manchmal ein Leben lang. Manche bleiben für immer klar, andere entwickeln mit der Zeit ein erstaunliches Eigenleben. Wenn wir dann noch einmal an den Ort der Erinnerung zurückkehren, oder mit Leuten sprechen die dabei gewesen sind, sind wir überrascht und schockiert wie sehr unsere Erinnerungen scheinbar inzwischen von der Realität abweichen.

Meinung

Über genau dieses Thema macht sich Osamu Tezuka in seinem 1964er 5 Minuten Kurzfilm „Memory“ Gedanken. Über Wahrnehmung, Erinnerung, verschiedene Arten und wie sie uns beeinflussen. Ein Sprecher teilt uns die Gedankengänge dabei lehrfilmartig mit. Nun sind die meisten angesprochenen Fakten sicher den meisten nicht wirklich neu, auch wenn es dennoch immer wieder aufschlussreich ist darüber zu hören und sich damit zu befassen. Das wirklich interessante ist aber, wie die gesprochene Theorie in Bilder umgesetzt wird. Da ist z.B. davon die Rede das wir uns von diversen Menschen nur ihre auffälligsten Erkennungszeichen merken, was die Bilder dann auch prompt visualisieren, in dem sie die eben noch kompletten Figuren auf eben jene reduzieren. Oder es geht um die Erinnerung an ein unangenehmes Gespräch mit dem Chef, der riesengroß hinter seinem gigantischen Schreibtisch sitzt und man selbst ganz klein und hilflos davor, während er einen mit seinem riesigen Mund anschreit (unterlegt übrigens mit einer Hitleransprache, um das erschreckend dämonische noch zu verstärken). Ganz im Gegenteil dazu dann die nostalgisch verklärten Erinnerungen an die Kindheit, mit funkelndem Bach und dem wunderhübschen schönsten Mädchen des Dorfes.
Aber auch um größere Maßstäbe geht es Tezuka. Um die Erinnerung an den Krieg, die da seiner Meinung nach schon nach 10 Jahren verblasst. Etwas was ich nicht unbedingt unterschreiben würde, auch wenn es einem manchmal so vorkommen will. Oder zumindest nicht bei denen die den Krieg wirklich erlebt haben. Aber es ist offensichtlich das Tezuka es zumindest so empfunden hat, als würden alle viel zu schnell vergessen.
Zu guter letzt macht er sich dann noch Gedanken über das was nach uns kommt. Wie wir dann wahrgenommen werden, von denen die nach uns diesen Planeten bevölkern. Das wir dabei in einem großen Krieg ausgelöscht wurden, geht mit dem angeprangerten zu schnellem Vergessen vorher gleich Hand in Hand. Das unsere Nachfolger uns dabei dann auf unsere Toilette reduzieren und diese als unsere größte Errungenschaft bewundern verpasst dem Film dann doch noch ein versöhnlich schmunzelndes Ende.
Der ein oder andere mag sich dabei jetzt fragen, was an diesem Film denn nun so besonders sei. Es ist die Fantasie. Die Fantasie mit der Tezuka die wissenschaftlich und philosophische Erkenntnisse und Thesen, die der Sprecher vorträgt, in Bilder umsetzt und die auch heute noch beeindrucken können, trotzt einfachster Zeichnungen und Animationen. Wobei das einfügen von ausgeschnittenen Fotografien ja derzeit wieder ein kleines Revival feiert.
Ich kann diesen Kurzfilm jedenfalls nur empfehlen, ich fand ihn sehr interessant und beeindruckend.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

 Info
Originaltitel:Memory
Lauflänge:ca. 5 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1964
Regie:Osamu Tezuka
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 6.jpg 6/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  7/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-472.htm