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Die Tragödie der Belladonna
Story

Das junge Paar Jun und Junnu sind frisch verheiratet. Dem Gesetz nach steht dem Herrscher des Landes nun ein Anrecht auf die erste Nacht mit der Braut zu, es sei denn das junge Paar kann ihn mit einem angemessenen Tribut auszahlen. Leider besitzt Jun gerade mal eine Kuh und kann so die Anforderungen seines Gebieters nicht erfüllen. Also nimmt der sich Junnu und vergewaltigt sie. Ein Ereignis das die junge Ehe der beiden schwer erschüttert.
Während Jun, dank den guten Einkünften die er mit den gesponnenen Sachen seiner Frau erzielt, zum Steuereintreiber aufsteigt, erscheint dieser eines Tages beim Spinnen ein phallusförmiges Teufelchen, das sie fortan immer wieder in erotischen Träumen heimgesucht.
Unterdessen befindet sich das Land im Krieg und der Herrscher verlangt immer mehr und mehr Steuern, die Jun nicht mehr liefern kann. Zur Warnung wird ihm deshalb eine Hand abgeschlagen und er verfällt immer mehr dem Suff. Die Geschäfte übernimmt derweil seine Frau für ihn, was im Dorf und auch in höheren Kreisen auf jede Menge Neid und Missgunst stößt. Schnell machen Gerüchte die runde das Junnu vom Teufel besessen und eine Hexe sei.
Schließlich muss sie vor den Truppen des Herrschers fliehen. Auf die Hilfe ihres Mannes kann sie sich auch nicht mehr verlassen.

Meinung

Bis zu diesem Punkt ist die Geschichte von „Belladonna of Sadness“ (bzw. "Die Tragödie der Belladonna", so der deutsche Titel) noch einigermaßen nachvollziehbar und klar, mit der Flucht allerdings driftet der Film fast völlig in seine fesselnde Bilderwelt ab. Surrealistische und symbolschwangere Szenen geben sich die Klinke in die Hand. Ein Krankheitserreger schmilzt eine ganze Stadt weg, eine quietschbunter Trip in die Moderne, und eben noch todkranke Dorfbewohner bilden einen, mit sexuellen Andeutungen aufgeladenen, Reigen. Eine groteske Aneinanderreihung typischer japanischer Zensurumgehungsmaßnamen könnte man es auch nennen. Da es dort ja verboten ist die Geschlechtsorgane erwachsener detailliert darzustellen, haben allerlei Ersatzformen dort schon lang Konjunktur. Eine schöne, dementsprechend geformte Blüte als Symbol des weiblichen Geschlechtsorgans z.B., oder allerlei phallusförmige Gegenstände als Ersatz beim Mann.
Doch was will der Film damit eigentlich zum Ausdruck bringen?
Nun ja, am Anfang gestaltet sich das ja noch recht klar. Die erstarkende Frau, die bei denen Männern Furcht und bei den Frauen Neid weckt und deshalb der Hexerei beschuldigt wird. Der Herrscher der sie sich in der Hochzeitsnacht nimmt. Das alles ist wohl dem Buch von Jules Michelet entnommen, seines Zeichens ja großer Fan von „Hexen“ und Demokratie.
Was aber danach kommt, will sich mir nicht wirklich erschließen. Soll es vielleicht auch ein Protest eben gegen die japanische Zensur sein? Oder ist es doch nur eine extreme Weiterführung des emanzipatorischen Grundthemas?
Ja ich gebe es zu, ich werde auf dem Inhalt des Filmes nicht wirklich schlau. Besonders nicht aus seiner letzten Hälfte.
Was mich trotzdem die Laufzeit über bei der Stange gehalten hat waren dann auch die, trotzt einfachster Zeichnungen und kaum vorhandenen Animationen, teilweise wirklich äußert superben Bilder. Wenn sich z.B. gleich zu Beginn der Rauch des Scheiterhaufens zärtlich an den Beinen der schönen Frau hoch schlängelt oder die junge Frau bei der Vergewaltigung „auseinander reißt“. Nur zwei von vielen Beispielen die man hier nennen könnte.
Allerdings hat der Film leider die Angewohnheit für meinen Geschmack zum Teil auch etwas zu stark in seinen Bildern zu schwelgen, was ihm ein ziemlich langsames Tempo und auch einige Längen verpasst. Das Animationen eher spärlich eingesetzt werden und über längere Passagen auch mal nur Standbilder zum Einsatz kommen verstärkt das auch noch zusätzlich.
Auch der recht blasse, „farblose“, aquarellartige Stiel lässt den Film hin und wieder etwas, ja, trostlos erscheinen. Es ist schon ein kleines Wechselbad zwischen tollen, faszinierenden Szenen und langweile. Die (besonders im späteren Verlauf) doch recht schwer zugängliche Story trägt das ihre dazu bei.
So hat mich „Belladonna of Sadness“ dann auch recht gespalten zurückgelassen. Einerseits ist der Film schon sehenswert und kann einen mit einigen tollen Szenen begeistern, andererseits war er aber doch auch unbefriedigend und teilweise etwas langweilig.
Mir fällt es schwer da eine abschließende Wertung zu Vergeben. Wer generell Interesse an außergewöhnlichen Filmen hat, der dürfte schon gefallen an dem Film finden können. Alle anderen lassen wahrscheinlich besser die Finger von.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

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Bild 5

 Info
Originaltitel:Kanashimi no Belladonna
Lauflänge:ca. 96 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1973
Regie:Eiichi Yamamoto
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 6.jpg 6/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  7/10

Aufrufe: 8231
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-471.htm