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Twilight Q
Story

Reflection

Mayumi und ihre Freundin verbringen ihren letzten Urlaubstag am Meer. Beim Tauchen findet Mayumi eine Kamera und nimmt sie mit ins Hotel. Dort entdeckt sie das sogar noch ein Film in ihr ist und gibt ihn, wieder zu Hause angekommen, mit den übrigen Urlaubsbildern zum Entwickeln. Als sie die Bilder wieder abholt erlebt sie allerdings eine Überraschung. Auf dem Film aus der gefundenen Kamera ist ein Bild von ihr, zusammen mit einem fremden Mann.
Zusammen mit ihrer Freundin und deren großen Bruder versucht sie herauszufinden woher die Kamera kommt, doch dabei stoßen sie auf nur noch mehr Ungereimtheiten. Laut Herstellerangaben wurde dieses Kameramodell noch gar nicht veröffentlicht, sonder befindet sich noch im Versuchstadium. Als die Kamera dann in einem der Büros der Firma auch noch vor den Augen der Anwesenden verschwindet ist das Mysterium perfekt.

File 538

Eine Stadt, irgendwo in Japan.
Doch es ist keine Stadt wie jede andere. Immer wieder verschwinden hier Flugzeuge spurlos.
In der gleichen Stadt ist ein heruntergekommener Privatdetektiv auf einen Vater und seine Tochter angesetzt. Doch der Fall entpuppt sich als äußerst mysteriös. Er kann nichts über die Hintergründe der beiden herausfinden. Nirgends scheint es Papiere über sie zu geben. Und auch den Strom, das Gas und das Wasser das sie in der Wohnung verbrauchen scheint nirgends abgerechnet zu werden. Ja selbst die TV-Gebühren versucht niemand einzutreiben. Irgend etwas stimmt nicht mit den Beiden und der Detektiv verrennt sich immer mehr in den Fall. Als er endlich alles durchschaut ist es schon zu spät.

Meinung

„Twilight Q“ sollte eigentlich eine Art „Zeig was du kannst“ für Animeregisseure werden. Eine Art Mysterie-Serie zu der die Größen der Szene jeweils eine Episode beisteuern.
Leider floppte das Ganze und nur 2 Folgen wurden Produziert. „Reflection“ von Tomomi Mochizuki (Link Ranma ½, Maison Ikkoku) und „File 538“ von Mamoru Oshii (Link Patlabor, Link Ghost in the Shell, Link Innocence).
Vergleichbar ist das ganze vielleicht am ehesten mit den beiden Filmen Link „Manie Manie“ und Link „Memories“ von Otomo, in denen er auch jeweils mit 2 anderen Regisseuren zusammengearbeitet hat.

Reflection

Die Geschichte beginnt ganz harmlos, mit einem schönen Urlaubstag und einer gefundenen Kamera und schlägt dann mit einem Moment (wenn Mayumi das Foto sieht) um und wird von da an immer geheimnisvoller. Die Zeit scheint stehen zu bleiben, wenn Mayumi das Foto betrachtet und die Kamera entpuppt sich als Modell aus der Zukunft. Als man versucht dem ganzen auf den Grund zu gehen ereignen sich weitere unheimlich Zwischenfälle, die zum Schluss in einer Zeitreise Mayumis gipfeln. Dabei vermag es der Film wunderbar einen in seinen Bann zu ziehen. Man ist unheimlich gespannt darauf endlich das Geheimnis der Kamera zu erfahren. Doch bis dahin wird man erst mal mit Andeutungen und bösen Omen konfrontiert. Eine seltsame Algenplage, ein gruseliger Baum, Giftgas in der Luft. Und grad wenn man auf der Spitze ist und glaubt jetzt kommt endlich alles raus, haut einem der Film einen fiesen Plottwist um die Ohren der alles bisherige negiert, nur um kurze Zeit später selbst wieder in Frage gestellt zu werden. War nun alles natürlich? Oder nicht?
Zwischendrin gibs immer mal wieder kleine Unterbrechungen in denen wir eine pendelnde Schaukel sehen, dazu der Klang eine schwingenden Uhrpendels. Viel Symbolik die das Hirn reizt, eine schöne Sache.
Die Zeichnungen und Designs sind auch alle recht hübsch. Besonders Mayumis Freundin gefällt mir. ^^
Auch die Animationen sind recht ordentlich und für 1987 sehr ansehnlich. Auch hier zeigt der Film, das die Twilight Q Serie auch dazu da sein sollte zu zeigen was im Genre Anime anno 1987 möglich ist.

File 538

Mamoru Oshiis Episode steht der von Mochizuki in Sachen Mysterie in nichts nach. Angefangen bei der tollen „Flugzeug verwandelt sich in Fisch“-Sequenz bis zu dem langen Erklärungsmonolog des Privatdetektivs gibt es Spannung pur. Schon früh bekommen wir subtil aufgezeigt das die beiden Sachen unbedingt etwas mit einander zu tun haben. Nur was?
Diese seltsame Konstellation. Der Mann und seine kleine Tochter, völlig anonym in der Großstadt lebend. Sie sind da, aber scheinbar doch nicht. Der Privatdetektiv sieht sie, beobachtet sie. Sie müssen also da sein. Aber es gibt keinerlei Kontakt zur normalen Welt. Keine Post, keine Rechnungen, einfach nichts. Als wäre ihre Wohnung ein kleines Paralleluniversum. So lauschen wir also weiter dem Monolog des Detektivs und erfahren mehr über die Hintergründe. Schnell ist die Situation anders. Der Detektiv ist der Vater der Kleinen und schon wieder ein neuer Detektiv ist der der sie überwacht. Scheinbar hat sich dieser Wandel nicht zum ersten mal Vollzogen. Wahrscheinlich sogar schon unzählige male. Die Väter kommen und gehen, nur das kleine Mädchen bleibt. Mit ihrer seltsamen Vorliebe für Fische und Flugzeuge.
Doch auch hier. Wie in der ersten Episode wird auf dem Höhepunkt alles verworfen. Mit einem befreienden Twist wird alles Mysteriöse von der Story abgeworfen und wir erlöst. Nur um ein paar Minuten später wieder hineingestoßen zu werden. War nun doch alles mysteriös? Oder nicht? Wie nun?
Damit werden wir ein weiteres mal allein gelassen.
Doch Oshii geht auch optisch weiter. Hat es Mochizuki nur bei der Story richtig krachen lassen und optisch auf (sehr guten) Standart gesetzt, so will Oshii auch hier mehr. Immer wieder verwendet er echte Fotografien für seine Bilder, die er dann bearbeitet (z.B. einfärbt) und teilweise auch mit den Zeichnungen verbindet. Diese sind dabei in seinem gewohnt andersartigem Stiel. Auch die Animationen sind für die damalige Zeit absolut top. Wenn z.B. der Druckkopf in der Schreibmaschine zurückfährt, dann dürfte das damals State of the Art gewesen sein.

So bleiben mir abschließend nur zwei Dinge zu sagen.
Einmal das es absolut bedauerlich ist, dass dieses Projekt so scheiterte. Es bleibt wohl bloß zu erahnen was eine Fortsetzung des ganzen noch alles hätte hervorbringen können. Wenn man allein an all die Namen denkt die da noch eine Episode hätten beisteuern können...
Und als zweites will ich jedem Animeliebhaber empfehlen unbedingt einen Blick auf „Twilight Q“ zu werfen. Hier bekommt ihr erstklassige Animekunst geboten. An heutigen Maßstäben gemessen vielleicht optisch etwas angegraut, aber immer noch mehr als in Ordnung und storytechnisch immer noch so gut wie damals.
Reinschauen! Jetzt! Es lohnt sich!

Screenshots

Bild 1

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Bild 9

 Info
Originaltitel:Twilight Q
Lauflänge:ca. 30 Minuten pro Episode
Episoden:2
Freigabe:unbekannt
Jahr:1987
Regie:Mamoru Oshii, Tomomi Mochizuki
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 5581
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-447.htm