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Horus - Prince of the Sun
Story

Horus, ein junger Knabe, wird von einem Rudel Wölfe durch die Berge gehetzt. Tapfer wehrt er sich gegen die Bestien und es gelingt ihm immer wieder zu entkommen, doch lange kann er das nicht mehr durchhalten. Gerade als es so scheint, dass sein Ende gekommen ist, erhebt sich hinter ihm plötzlich ein steinerner Riese, der durch den Kampfeslärm aus seinem Schlaf erweckt wurde. Die Wölfe fliehen, doch Horus bleibt.
Wie sich zeigt heißt der Riese Maug und er scheint die Wölfe die Horus gejagt haben und vor allem deren Herren Grunwald gut zu kennen. Doch hat er leichte Schmerzen in der Schulter. Irgendwas steckt darin. Trotz Maugs spöttischem Abwinken versucht Horus den Riesen von seinem „Splitter“ zu befreien und tatsächlich, es gelingt ihm. Wie sich herausstellt handelt es sich um ein Schwert, und nicht nur um irgend eines, nein, um das berühmte "Sword of the Sun". Aus Dankbarkeit schenkt Maug es Horus und verspricht ihm, wenn er zurückkommen und ihm demonstrieren würde, dass er perfekt mit dem Schwert umgehen könne, würde er ihn zum „Prince of the Sun“ ernennen.
So macht sich Horus mit seinem neuen Schwert auf den Weg nach Hause. Unterwegs wird er allerdings schon von seinem kleinen Bärenfreund Koro erwartet, der ihm aufgeregt mitteilt das sein Vater im sterben liegt. Horus eilt schnell zu ihm, doch er kann nichts mehr für ihn tun. Bevor der alte Mann stirbt erzählt er Horus aber noch die Geschichte ihrer ehemaligen Heimat, die von einem bösen Dämon in Krieg und Elend gestürzt wurde. Sein Vater floh damals mit ihm, doch nun trägt er Horus auf zurück zu seinem Volk zu gehen und sich dem Bösen zu stellen, vor dem sein Vater einst flüchtete. Leider kann der alte Mann Horus nicht mehr sagen wo genau die Heimat liegt und so machen Horus und Koro sich auf, danach zu suchen.
Mit ihrem kleinen Boot segeln sie übers Meer. Als sie allerdings endlich wieder an Land kommen, werden sie von riesigen Vögeln angegriffen, die Horus entführen und in ein hohes Gebirge bringen. Hier trifft er auf Grunwald, den Dämon der ihre Heimat zerstörte, der ihm anbietet sich ihm anzuschließen. Als Horus dies verneint stößt er ihn den Berg hinunter. In dem glauben ihn getötet zu haben verschwindet Grunwald, doch Horus hat überlebt und treibt ohnmächtig auf einer Eisscholle im Fluss, wo er von einem kleinen Jungen gefunden wird. Der bringt ihn in sein Dorf, wo er sich wieder erholen kann. Doch das Dorf hat eigene Probleme. Aus Dankbarkeit hilft Horus ihnen und wie sich zeigt steckt Grunwald auch hinter dieser Hinterlist. Der befiehlt indes seinen Wölfen das Dorf anzugreifen, was die Dorfbewohner allerdings abwehren können. Bei der Verfolgung der Wölfe entdecken Horus und Koro ein zerstörtes Dorf in dem eine junges Mädchen lebt. Sie erfahren das Grunwald das Dorf einst zerstörte und Hilda, so heißt das Mädchen, mit einem Fluch belegte. Dennoch überredet Horus sie mit in das andere Dorf zu kommen, was auch erst gut zu funktionieren scheint, aber immer wenn Hilda anfängt zu singen können die Leute nicht anders als alles stehen und liegen zu lassen um ihr zuzuhören.
Doch was wird beim nächsten Angriff aus dem Dorf, wenn keiner mehr arbeitet?
Wer ist Hilda wirklich? Und wird es Horus schaffen den bösen Dämonen zu besiegen?

Meinung

1968, lang vor der Gründung des Studio Ghiblis, arbeitete, damals noch unter der Leitung von Toei, ein Mann namens Isao Takahata an einem Anime, der die bisherige Trickfilm Welt auf den Kopf stellen sollte. Mit im Team war damals ebenfalls ein gewisser Hayao Miyazaki der zusammen mit Takahata später das Studio Ghibli gründen sollte.
Es war die erste Zusammenarbeit der beiden und die erste Regiearbeit für Takahata und seine letzte für Toei, den nach diesem Film wurde er gefeuert, denn die Produktionszeit wurde enorm überschritten und das Einspielergebnis war ein Flop (was aber nicht zuletzt an Toei selbst lag, die ihn schon nach 10 Tagen wieder aus den Kinos nahmen).
Dennoch ist und war Horus ein Bahn brechender Anime und wurde zu einem echten Insidertipp und Untergrundhit in Studentenkreisen und bei jungen Animekünstlern.
Die Geschichte und vor allem die Charaktere sind ziemlich komplex und besonders der tragische Charakter der Hilda war zur damaligen Zeit ein Meilenstein. Statt einen einfachen Kinderunterhaltungsfilm schuf Takahata und sein Team eine phantastische Geschichte, basierend auf einer alten Legende, rund um Mut, Liebe und Einheit, die besonders zum Ende hin mit vielen traumartigen Szenen ziemlich symbolisch wird. Hildas innere Zerrissenheit, Horus verzweifelter Kampf gegen den Dämon und dessen Lügen und Intrigen, das alles sollte schon damals zeigen welch ungeheures Potential hinter Takahata und Myazaki steckt. Es ist sicherlich schwer auseinander zu nehmen wer nun an was wie viel Anteil hat. Klar ist auf jeden Fall, dass besonders die Charaktere schon sehr an Myazakis spätere Filme erinnern.
Negativ fällt allerdings auf das die Charaktere teilweise zu überspitzt sind, denn grade die bösen sehen auch alle wirklich so böse aus, das man ihnen schon 3 Meilen gegen die Sonne ansieht das sie böses im Sinn haben. Das führt leider dazu das manche überraschende Enthüllung leider nicht wirklich überraschend kommt. Aber na ja, man kann ja nicht gleich alles richtig machen. ;)
Trotzdem versteht der Film es einfach einen zu packen und mitzureißen. Genau so wie man es von all den späteren Ghibliwerken gewohnt ist.
Einen ordentlichen Beitrag dazu leisten freilich auch die unglaublich sympathischen Charakterdesigns der Guten. Auch wenn die Charazeichnungen meist wenig detailliert sind, so schließt man sie doch sofort ins Herz und besonders die Kinder sind geradezu unverschämt süß.
Auch bei den übrigen Zeichnungen und vor allen Animationen merkt man dem Film sein Alter doch deutlich an. So sind z.B. einige „Massenkampfszenen“ dann auch als reine Stanbildschauen gehalten. Allerdings muss das ganze für die damalige Zeit wirklich überwältigend gewesen sein, denn selbst heute noch hat der Film einige tolle Szenen zu bieten und besonders den Landschaftszeichnungen merkt man an wie viel Liebe und Mühe hineingeflossen sind. Ein weiterer Punkt der schon sehr stark an spätere Myazaki Filme erinnert und dem Film deutlich dessen Handschrift verleiht.
Eigentlich kann ich jedem Anime- und besonders jedem Ghiblifan nur dringend raten, sich diesen Film einmal anzusehen, denn er war nicht nur ein Meilenstein des Animefilms an, sondern auch der erste, eindrucksvolle Beweis dafür das die beiden Namen Takahata und Myazaki zu zwei ganz großen Animemachern gehören.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Taiyo no oji: Horusu no daiboken
Lauflänge:ca. 81 Minuten
Freigabe:unbekannt
Jahr:1968
Regie:Isao Takahata
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 5254
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-424.htm