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Kwaidan
Story

Ein Junger Samurai ist nach dem Tod seines Fürsten Herrenlos und verlässt daraufhin seine Heimat und seine Frau um die Tochter eines Adligen zu heiraten und in dessen Dienst zu treten. Doch findet er kein glück in seiner neuen Ehe und mit der Zeit sehnt er sich immer mehr nach seinem alten Leben zurück.
Natürlich bleibt das seiner jetzigen Frau nicht verborgen und ihr ist sehr wohl bewusst das er nur ihrem sozialen Status seine Karriere verdankt.
So kommt es das er sich noch am selben Tag, an dem sein Dienst ausläuft, auf den Weg zurück in die Heimat macht. Es ist schon spät in der Nacht als er ankommt, aber tatsächlich findet er sein altes Haus wieder und auch seine Frau ist immer noch dort und immer noch so schön wie an dem Tag an dem er sie verlassen hat. Auch sie freut sich ihn endlich wiederzusehen und gemeinsam legen sie sich schließlich schlafen. Als er dann am nächsten Morgen erwacht erkennt er, dass das ganze Haus eine Ruine ist und seine Frau, die neben ihm liegt, nur ein verrottender Leichnam.

Zwei Holzfäller werden mitten im Wald von einem Schneesturm überrascht. Als sie es mit letzter Kraft bis an den Fluss schaffen müssen sie auch noch erkennen, dass der Fährmann bereits verschwunden ist und sein Boot liegt an der anderen Flussseite. Verzweifelt suchen die beiden Unterschlupf in der Stationshütte um wenigstens etwas vor dem Wetter geschützt zu sein. Doch in der Nacht taucht plötzlich eine seltsame Frau mitten in der Hütte auf. Ihre Haut ist so weiß wie der Schnee und als sie sich über einen der Männer beugt ist sein Gesicht vereist und er erfroren. Den jüngeren der beiden verschont sie allerdings, warnt ihn aber davor jemals jemanden etwas davon zu erzählen was er in dieser Hütte gesehen hat, sie würde es sonst sofort erfahren und ihn töten.
So vergehen die Jahre, der junge Mann hält sich an die Warnung, lernt eine Frau kennen, heiratet und bekommt drei Kinder von ihr geboren. Im ganzen Dorf wird die glückliche Familie geachtet und besonders die wunderschöne Frau und liebevolle Mutter, an der die Zeit scheinbar spurlos vorbei zu gehen scheint.
Doch wie es so oft mit Geheimnissen ist, man kann sie nicht auf ewig für sich behalten. Und so erzählt auch der Holzfäller eines Tages seiner Frau von jener schrecklichen Nacht in der Hütte am Fluss - mit schrecklichen Folgen.

Schon seit langem liegen der Genji und der Heike Clan im Streit mit einander. Eines Tages treffen sich beide Parteien zu einer letzten großen, alles entscheidenden Schlacht auf See.
Notonokami ist der beste Kämpfer der Heike und schon lange wünscht er sich einmal die Schwerter mit Yoshitsune, dem besten Kämpfer der Genji, zu kreuzen.
So entbrennt eine gnadenlose Schlacht, an deren Ende es keinen Sieger gibt.
Seit diesem Tag werden seltsame Krabben, mit menschlichen Gesichtern auf ihren Panzer, in diesen Gewässern gefunden. Um die toten Seelen zu besänftigen erbaute man sogar einen Tempel, aber auch das brachte nichts.
In eben diesem Tempel arbeitet der blinde Hoichi. Als er eines Tages allein den Tempel hüten soll ereignen sich plötzlich seltsame Dinge. Seltsame Geräusche ertönen aus dem Garten und jemand ruft Hoichi. Plötzlich taucht ein Krieger auf und berichtet das sein Herr in einem Haus in der Nähe nächtige und gern von Hoichi die Geschichte der großen Schlacht vorgetragen bekommen möchte. Hoichi sträubt sich erst, doch der Besucher lässt kein Nein gelten und nimmt ihn mit sich.
Als die Mönche am nächsten Tag zurückkehren ist Hoichi verschwunden. Dafür erfahren sie das ein Schiff vor der Küste gesunken ist. An Bord war eine wichtige Persönlichkeit, die auf dem Weg zu ihrem Tempel war.

In der letzten, unvollendeten Geschichte wird ein Samurai von einem Geist geplagt, der ihn langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt. Allerdings brechen die alten Aufzeichnungen mitten in der Geschichte ab. Warum sie nicht vervollständigt wurden weiß niemand. Was mit dem Autor geschah? Das glaubt ihr eh nicht.

Meinung

Sollte ich „Kwaidan“ in ein Genre pressen wäre das erste was mir einfällt wohl der Märchenfilm. Gruselmärchen um genauer zu sein.
Beruhend auf einer Sammlung traditioneller japanischer Geschichten namens „Kwaidan: Stories and Studies of Strange Things“ von Lafcadio Hearn erschuf Masaki Kobayashi einen der wohl besten Gruselfilme aller Zeiten. Dabei sind die Geschichten an sich eigentlich nicht wirklich etwas besonders. Grade die ersten beiden dürften den meisten bekannt vorkommen, sind sie doch nur die japanische Variation von immer wieder kehrenden Gruselthemen und haben wohl in jedem Land ihre eigene Variante. Anders sieht es da schon mit der 3ten Geschichte aus, da diese auf einem speziellen geschichtlichen Ereignis fußt. Allerdings gibt es auch in unseren Kreisen immer wieder Legenden über Schlachtfelder und die Geister toter Soldaten und Krieger. Wie gesagt, ganz traditionelle Gruselthemen.
Was Kwaidan aber so besonders macht ist die Umsetzung, die Inszenierung des ganzen.
Das was man in dieser Hinsicht über Kwaidan immer als erstes hörst wären die Kulissen und besonders die fantasiereichen Backdrops. Anders als üblich bemüht man sich nämlich nicht um möglichst reales aussehen. Vielmehr unterstreicht man den eh schon vorhandenen Märchencharakter der Geschichten durch ebenso fantastische Bilder von fesselnder visueller Kraft und erreicht so eine wirklich beeindruckende Atmosphäre, die allerdings zum Ende hin leider etwas nachlässt und besonders in der letzten Geschichte fast völlig verloren geht.
Auch bei den Charakteren wurde teilweise nicht mit Farbe gespart. Wie die Hintergründe so brechen auch die Masken gern mal aus dem Rahmen des üblich-realistischen aus und verstärken damit noch weiter den fast schon surrealen Charakter den der Film teilweise hat.
Dabei wurde bei beidem auch nicht an Geld gespart, was Kwaidan zu dem seiner Zeit teuersten Film Japans machte.
Eine weitre wichtige Rolle bei für die Wirkung die der Film beim Zuschauer erzielt dürfte auch der manchmal fast schon quälende Soundtrack sein, der überwiegend aus der Feder des avantgardistischen Soundkünstlers Toru Takemitsu stammt. Ein gutes Beispiel ist hier gleich die erste Geschichte, wenn der Samurai in sein altes Haus zurückkommt. Obwohl eigentlich alles bestens scheint hat man sofort ein mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache und wartet nur darauf das sich ein schreckliches Geheimnis offenbart, wofür die immer wieder kurz erklingenden knarzig-quitschigen Soundeffekte maßgeblich verantwortlich sein dürften, die wie böse Omen immer wieder in das eigentlich friedliche Bild einbrechen und für ordentlich Spannungsaufbau sorgen. Ein weiteres oft genutztes Mittel ist auch einfach das weglassen der normalen Umgebungsgeräusche. Nur ganz gezielt werden sie dann bestimmte wieder zugespielt, wie zum Beispiel wo der junge Holzfäller mit der Tür der Hütte, bzw. mit dem Wind der selbige aufdrückt, kämpft.
Alle diese Punkte ergeben ein großes Ganzes das dafür sorgt das es dem Film gelingt einen völlig in seinen Bann zu schlagen. Besser und schaurig schöner kann man Gruselgeschichten wohl kaum erzählen.
So wurde „Kwaidan“ dann auch unter anderem mit einer Oscar Nominierung als bester ausländischer Film, sowie der goldenen Palme und dem „Jury Special Prize“ der Filmfestspiele in Cannes gewürdigt.
Aber trotz all dem Lob gibt es natürlich auch einige Schwachstellen.
Da wäre die schon erwähnte letzte Geschichte, die im Vergleich zu den anderen doch deutlich abfällt und auch der finale Twist rund um den Autor reißt es nicht wirklich raus.
Des weiteren sind einige der Special Effects doch inzwischen ziemlich veraltet und fallen deswegen leider etwas unangenehm auf, womit ich besonders auf die „Feuergeister“ in der dritten Geschichte anspielen will, bei denen man sogar manchmal die Fäden erkennen kann an denen sie hängen. So etwas kann die Athmosphäre schon etwas ankratzen.
Im Endeffekt sind das aber nur kleine Mängelpunkte, die zudem teilweise einfach am fortgeschrittenen Alter des Films liegen, die positiven Aspekte überwiegen das 100fach.
Wer auf besondere Filmerfahrungen steht und sich gern von verzaubernden Bildern in den Bann schlagen lässt sollte „Kwaidan“ unbedingt gesehen haben.
Wie oben schon einmal erwähnt: Es ist einer der besten Grusel-Märchen-Filme aller Zeiten.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Kaidan
Land:Japan
Jahr:1964
Regie:Masaki Kobayashi
Medium:DVD (Criterion)
Lauflänge:ca. 161 Minuten
Freigabe:unbekannt
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 10.jpg 10/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5103
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-419.htm