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Shogun
Story

Der englische Navigator John Blackthorne ist Anfang des 17ten Jahrhunderts auf einem holländischen Schiff unterwegs nach Japan. Bisher ist der Handel mit diesem abgeschiedenen und isoliertem Land fest in der Hand der katholischen Portugiesen. Doch die Reise endet in einem Desaster. Das Schiff kentert kurz vor der Küste und Blackthorne und seine Leute erleiden Schiffbruch. Dazu kommt das die Meinung über die „gelben Teufel“ nicht besonders hoch sind.
Dort trifft Blackthorne auf einen Jesuitenpriester, der über die Ankunft der Protestanten wenig erfreut ist und ihm berichtet das er und seine Besatzung als Piraten hingerichtet werden sollen.
Da weder Blackthorne noch seine Leute ein Wort japanisch können, können sie sich nicht verteidigen und stehen der Situation hilflos gegenüber.
Doch Blackthorne hat Glück. Das Land an dem er gestrandet ist gehört Fürst Yabu und der wiederum untersteht dem Fürsten Toranaga und der hat große Pläne. Er gehört dem Regentschaftsrat an, der das Land regiert, doch er will Shogun und damit Alleinherrscher werden. Sein größter Rivale ist dabei der Fürst Ishido. Und eine zweite große Machtgruppe gibt es, die Portugiesen. Ihren „schwarzen Schiffen“ sind die Japaner klar unterlegen. Doch hier sieht Toranaga in Blackthorne seinen Trumpf. Dieser ist nicht nur ein geschickter Navigator und verfügt über ausgeprägte Kenntnisse und umfangreiches Kartenmaterial, nein er ist auch noch ein guter Schiffsbauer.
So holt ihn Fürst Toranaga schließlich zu sich an den Hof und stellt ihm dort die Dame Mariko, eine Christin die englisch spricht, zur Seite, die ihn in das japanische Leben einführen soll. Natürlich verliebt sich Blackthorne in sie, doch sie ist bereits verheiratet und Ehebruch ist eins der schlimmsten Verbrechen in Japan.
Indes gehen die Ränkespiele zwischen den beiden Fürsten Toranaga und Ishido weiter und Blackthorne wird immer mehr mit hineingezogen. Im gleichen Maße gewöhnt er sich aber auch an die Fremde Kultur und steigt am Hof weiter auf.
Schließlich wird er sogar als erster Gaijin (Ausländer) in den Rang eines Samurai erhoben und bekommt eine Frau, Land und eigene Leute gestellt.
Doch wird er irgendwann doch noch mit seiner wahren Liebe Mariko vereint sein können und steht er in diesem alles entscheidenden Machtkampf am Ende auf der Sieger- oder der Verliererseite?

Meinung

Ich weiß noch, als ich Shogun das erstemal sah war Deutschland noch in zwei Länder geteilt und wir haben damals, wie so viele, heimlich Westfernsehen geschaut. Übermäßig begeistert war ich damals zwar noch nicht von der Serie (ich war auch erst 6 oder 7 Jahre), aber eine gewisse Faszination hatte sie damals schon, und um so öfter ich sie seit dem gesehen habe um so größer wurde sie.
Basierend auf seinem Buch, das wiederum lose auf der wahren Geschichte des englischen Seemanns William Adams basiert, schuf James Clavell im Auftrag der NBC und unter Mithilfe von Regisseur Jerry London und Drehbuchschreiber Eric Bercivocci eine der besten und beeindruckensten Samuraiserien, die ihre Wirkung nicht zuletzt daraus nimmt das es hier ein Ausländer ist der im Mittelpunkt der Geschichte steht und damit auch allen westlichen Zuschauern eine Identifikationsfigur bietet. Auch die Entscheidung die japanischen Dialoge nicht zu übersetzten und auch nicht mit Untertiteln zu versehen war äußerst clever und ermöglicht es einem noch besser geistig in die Rolle der John Blackthorne zu schlüpfen.
Doch auch so bietet die Geschichte allerhand. Von der eigentlichen historischen Geschichte rund um den Machtkampf, über die Liebesgeschichte zwischen John und Mariko bis zu den vielen kleinen Episoden über die japanische Kultur ist die Serie vollgepackt mit einem Highlight nach dem anderen. Besonders beeindruckt hat mich dabei vor allem auch die Entwicklung des Charakters Blackthorne weg vom Engländer hin zum Japaner. Am Ende der Serie mag man kaum noch glauben das man hier den selben Menschen vor sich hat, der es zu Beginn noch abstoßend fand das die „gelben Teufel“ tatsächlich ständig baden. Eine sehr gute Szene die das hervorragend aufzeigt ist die, wo er zum Ende der Serie hin noch einmal seine alte Crew wiedersieht und merkt wie das sie sich kein bisschen verändert haben, das er nicht länger einen von ihnen ist, ja das er es sogar regelrecht eklig findet wie sie leben.
Doch auch die anderen beiden, oben bereits genannten, Elemente, die wirklich bewegende Liebesgeschichte zwischen John und Mariko, die ein bitteres Ende findet, und der große im Hintergrund ablaufende Machtkampf, sorgen dafür das einem während der knapp 525 Minuten Laufzeit nie langweilig wird.
Von letzterem kriegen wir, da wir das ganze ja aus Sicht von Blackthorne erleben, allerdings nicht wirklich soviel mit. Nur in ein Bruchteil diese gewaltigen Intrigenspiels werden wir eingeweiht und oft können wir nur erahnen was Toranaga denn nun eigentlich plant. Meist werden wir nur mit Ergebnissen konfrontiert. Das lässt natürlich den anderen beiden Aspekten der Serie mehr Raum um sich zu entfalten und wöllte man auch diesen Dritten Punkt detailliert aufdröseln müsste man wohl locker noch einmal mindestens 300 Minuten zur Laufzeit hinzufügen. Doch Shogun funktioniert so wie es ist perfekt und jede Änderung daran kann in meinen Augen eigentlich nur schaden.
Für Richard Chamberlain war der John Blackthorne, nach „Die Dornenvögel“ und dem „Graf von Monte Christo“, sicherlich die Rolle seines Lebens und Toshirô Mifune, der einer der Lieblinge von Regiemeister Akira Kurosawa war und jedem Japan-Film-Fan wohl auch aus einigen von dessen Werken bekannt sein dürfte, hat mich als Fürst Toranaga richtig begeistert. Aber auch die übrigen, bis dahin eher unbekannten, Darsteller und allen voran Yoko Shimada (als Mariko) und Damien Thomas (als Father Alvito) legen eine astreine Performance hin. Es gibt noch mehr tolle Charaktere die es verdient hätten erwähnt zu werden, da wäre zum Beispiel Omi oder Rodriques und selbst der nur kurz auftretende arrogante Captain Ferriera passen wie die Faust aufs Auge und machen Shogun zu dem was es ist. Einer der großen TV Serien aller Zeiten, dich völlig zu recht auch in Deutschland Millionen begeistern konnte. Jedem der ein bisschen Interesse an Japan und der japanischen Kultur hat kann ich „Shogun“ nur wärmstens an Herz legen, hier bekommt ihr nicht nur eine hervorragende Geschichte geboten, sondern auch jede Menge interessantes rund um die altertümliche japanische Kultur und Philosophie und das weit aus genauer als in so manchem japanischen Samuraiklopper.
James Clavell, der im 2ten Weltkrieg in japanische Gefangenschaft geriet und die Hölle des Changi Gefangenenlagers in Singapur überlebte, wollte mit dieser Geschichte, nach seiner Aufarbeitung der Zeit im Lager im Roman „Rattenkönig“, eine Geschichte schreiben die es schafft eine „Brücke zwischen Ost und West zu sein, um das Land der Götter dem Westen zu erklären und näher zu bringen.“. Eine leidenschaftliche Hommage an Japan, mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen, sollte es werden und das hat Clavell geschafft.
Dank dafür von mir, dank für eine wunderbare Serie, die mich von immer wieder aufs neue begeistern konnte und es hoffentlich auch noch in der Zukunft kann.

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Shogun
Land:USA
Jahr:1980
Regie:Jerry London
Medium:DVD (Paramount)
Lauflänge:ca. 526 Minuten
Freigabe:FSK ab 12 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 8.jpg 8/10

Effekte:

 7.jpg 7/10

Sound:

 7.jpg 7/10

Story:

 9.jpg 9/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5088
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-403.htm