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Tetsuo - The Iron Man
Story

Ein Mann, Tetsuo, stakst über eine Art Fabrikgelände. Scheinbar wohnt er dort, denn einen Augenblick später betritt er eine heruntergekommen wirkende Hütte in der er wohl nebst jeder Menge Schrottteilen lebt. Er hat auch ein paar neue von seinem Ausflug mitgebracht. Eines davon, ein Art Metallstrebe, versucht er sich selbst in einem blutigen Akt ins Bein zu implantieren, was leider nicht so gut läuft. Als er einige Zeit später den Verband löst und sieht das bereits Maden an der Wunde fressen dreht er durch und rennt wie wild auf die Straße. Dort wird er von einem Auto angefahren.

Meinung

Was folgt ist wirklich schwer zu beschreiben. Nach einem wilden, stakkatoartigem Titel-Intro beobachten wir in einzelnen Szenen, die zwischen Realität (halt die Realität dieses Filmes) und Einbildung bzw. Tagträumen von Tetsuo schwanken, wie das Metall, das maschinelle, immer mehr die Oberhand über Tetsuos organischen Körper erlangt.
Da wird er zum Beispiel von einer Frau mit einer monströsen Maschinenklaue durch die Tunnel einer Bahnstation gejagt und er sich ihr schlussendlich in einer Garage zum Kampf stellen muss. Wir sehen wie er nach einer wilden Nummer seine Freundin füttert und dabei alles quälend maschinell klingt. Anschließend transformiert er sich auch noch weiter und sein Penis wird zu einem riesigen Bohrer. Und das ist nur ein kleiner Ausblick auf das was einen bei diesem Film erwartet. Dazwischen geschnitten gibt es immer mal wieder Aufnahmen von Metall- und Schrottteilen, bis das ganze letztendlich auf seinen finalen Endkampf hinausläuft, der dann noch mal alles auffährt was man sich nicht vorstellen kann.
Was dabei nun die eigentlich Aussage ist die der Film treffen will bleibt mir eigentlich völlig unerschlossen. Es gibt gewisse Punkte, wie der immer mal wieder gezeigte Autounfall (der im Laufe des Films jedes mal etwas erweitert wird), die man als Ansatzpunkte für einen Versuch die Geschichte aufzulösen hernehmen könnte, allerdings bin ich viel zu sehr von den Bildern in beschlag genommen als mit ernsthaft Gedanken über so etwas machen zu können.
Viel zu bizarr, ungewöhnlich und auch erschreckend ist was man da geboten bekommt, als das noch Platz für Storyanalyse bleibt. Besonders am Anfang des Films bleibt einem kaum Zeit zum Luft holen so rasant geht es voran. Später im Film lässt das etwas nach und um so länger man Tetsuo bei seiner Mutation zusieht, um so mehr gewöhnt man sich daran und kommt besser damit zu recht. Aber selbst da gibt es noch genug (um salopp zu sagen) Brainfuck um sämtliche verarbeitenden Denkfunktionen zu belasten.
Und um es einem noch etwas schwieriger zu machen, wird auch beim filmen selber nicht unbedingt wert auf Sehfreundlichkeit gelegt. Da gibt es furchtbar verwackelte Kamerafahrten bei denen man dazu geneigt ist dem Kameramann anzuraten mal einen Besuch beim Arzt zu tätigen oder zu glauben das dieser wohl schon deutlich mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat. Und auch wenn die Kamera ruhig ist, ist sie meist so nah dran am Geschehen und den Akteuren das es einem schwer fällt die Übersicht zu behalten und man meist nur einen Teil sieht, aber nie das Ganze.
All weiteres was sofort auffällt wären da die „Ortsüberbrückungen“ die scheinbar aus einer Mischung von Stop Motion und extrem abgehacktem Fast Forward Aufnahmen, bei denen etliche Bilder pro Sekunde weggelassen werden, bestehen. Jedenfalls gibt es da einige sehr schöne Szenen, wo zum Beispiel alles Metall zerschmilzt bzw. zerknüllt und verdellt sobald „er“ daran vorbeigeht.
Unterstützt wird das ganze dabei abwechselnd von einem treibenden, industriellen Technosound oder eher ruhigen Electromelodien. Besonders ersteres trägt viel zu Rasanz einiger Szenen bei und passt zu dem Thema des Films natürlich wie die Faust aufs Auge.
So bleibt, ohne groß nach Inhalt und Sinn der Story fragen zu wollen (die meiner Meinung nach bei Tetsuo eh eher nebensächlich ist), ein aus filmischer Sicht höchst interessantes Werk, das einen entweder fasziniert oder abstößt. Ein film der selbst für den durchschnittlichen Asia-Movie-Fan eher uninteressant ist, sondern eher einer kleinen Gruppe von Experimentalfilmfans zusagen dürfte, die an solchen Kleinoden ihre Freude haben.

Screenshots

Bild 1

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Bild 3

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Bild 5

 Info
Originaltitel:Tetsuo
Land:Japan
Jahr:1988
Regie:Shinya Tsukamoto
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 67 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 7.jpg 7/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 4780
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-383.htm