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Izo
Story

Zeugung.
Geburt.
Tod.
Der natürlich Gang des Lebens.
Ein Samurai stirbt am Kreuz, durchbohrt von Lanzen, doch sein Geist ist noch nicht bereit zu sterben.
Izo ist sein Name und er ist auf der Suche nach etwas. Ohne zu wissen was es ist, getrieben allein von Hass, Zorn, Rache und dem Verlange das zu finden was er sucht.

Meinung

„The world can never be changed.“, lautet die Tagline dieses Films und gibt damit auch gleich die Deutungsrichtlinie vorweg.
Auf seiner Suche kämpft sich Izo durch all das was menschliche Zivilisation hervorgebracht hat. Gegen ihn steht eine Gruppe, angeführt von ihrem „Prinzen“, bestehend aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Militär, Yakuza, Religion und Königshaus. Ihm zur Seite steht nur die Kunst, in Form eines einsamen, Gitarre spielenden Sängers.
Für die Gruppe ist er das schlimmste Feindbild. Eine Absurdität. Eine Unvollkommenheit die ihr Bild von der eigenen Vollkommenheit gefährdet. Eine niedere Kreatur die es wagt in ihre adligen, elitären Kreise einzubrechen und sie zu zersetzten.
Er ist all das Schlechte das sie nicht offen in ihrer Gesellschaft haben wollen und doch ein Produkt eben dieser. Er nimmt für sich das Recht heraus offen das zu tun, was sie nur im verborgen können. Er räumt alles aus dem Weg was ihm in selbigen steht und mutiert auf seiner langen Reise langsam immer mehr zu einer Bestie, die jedwede menschliche Züge verliert.
Doch ist das nur ein kleiner Teil von dem was in Izo verborgen liegt.
Auf Izos Reise quer durch Raum und Zeit bombardiert uns Miike nur so mit deutbaren Szenen.
Da kommen wir in einen Gerichtssaal in dem Izo selbst für seine bloße Existenz auf der Anklagebank sitzt und am Ende den Richter tötet weil er etwas nicht existierendes (Recht) verkündet.
Er wird von einer Gruppe junger Frauen bedrängt die er sich nur mit seinem Schwert vom Leib halten kann und die daraufhin anfangen wie Babys zu schreien.
Er kommt in eine Schule in der die Kinder im Unterricht Grundpfeiler der Gesellschaft als bloße Farce entlarven, oder er begegnet einigen blutsaugenden Vertretern und einer Gruppe jammernder Buisnessmans.
Überall verteilt Miike Seitenhiebe und prangert an.
Dazu kommt zum Beispiel noch eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über zwei Zeitebenen, wobei im Altertum die modernen Beamten und in der Moderne die altertümlichen Beamten jagt auf Izo machen.
Es ändert sich halt nichts und Polizei ist damals wie heute das gleiche Prinzip und somit austauschbar.
Eine ähnliche, in diese Richtung gehende Szene, gibt es dann auch noch mal mit der Yakuza.
Noch tiefgreifender wird es wenn sich Menschen dann plötzlich auch noch anfangen wie Tiere zu benehmen. Da gibt es einen Kampf zwischen Izo und ein paar Kriegern, der mit seinem Geschrei schon fast an den Anfang von 2001 – Space Odyssee erinnert und eine „Entlausungsszene“, die den Vergleich mit den Affen noch deutlicher macht. Auch hier wieder, es ändert sich halt (auch in Jahrmillionen der Evolution) in Wirklichkeit nichts. Das Prinzip bleibt das selbe.
Zur Krönung werden den Aufnahmen des Films dann auch hin und wieder Archivaufnahmen entgegengestellt die einen Bogen von den Schrecken und Grausamkeiten des Films zu denen der realen Welt schlagen sollen.
Man sieht, Miike hat wirklich einiges in diesen Film gepackt und was ich hier aufgezählt habe ist bei weitem noch nicht alles.
Nein, an Engagement hat es bei diesem Film wahrlich nicht gefehlt.
Nur ist der Film auch gut? Ja das ist die große Frage an der sich die Geister scheiden.
Eins ist er auf jeden Fall, und zwar schwierig. Und das kommt durch mehrer Komponenten zu Stande. Die erste wäre wohl, das der Film nicht wirklich über eine kontinuierliche Story verfügt. Wild wird zwischen Zeiten und Schauplätzen gewechselt. Stand Izo gerade noch in einem Wald, ist er plötzlich mitten in einer Stadt, nur im nächsten Moment schon wieder wo anders zu sein. Es gibt wirklich kaum einen roten Faden an dem man sich als Zuschauer festhalten könnte. Noch dazu wiederholen sich die gezeigten Szenarien immer wieder. Zwar an anderen Orten und mit anderen Personen, aber eine gewisse Eintönigkeit lässt sich trotzdem nicht leugnen. Ja, nicht wenige betiteln „Izo“ auch schlicht und einfach als langweilig, und damit haben sie wohl auch nicht so unrecht.
Allerdings will „Izo“ auch gar kein Unterhaltungsfilm sein. Er will vielmehr etwas vermitteln und das nicht nur mit seiner Story, sondern auch mit sich selbst. „Nichts ändert sich, alles wiederholt sich immer nur.“, das soll nicht nur Aussage der Story sein, nein der Film selbst demonstriert uns das an sich selbst und erhebt sich damit selbst zum Kunstwerk.
Sicherlich ein Kunstwerk das vielen unzugänglich ist und den Wenigsten gefällt, aber dieses Schicksal teilt er mit einem großen Teil der Kunst.
Aber noch weitere Faktoren machen Izo so schwer zu sehen. Einer davon ist (zumindest für mich) der häufige Einsatz der total verwackelten und unscharfen Handkamera. Das strengt wirklich an da noch über längere Sequenzen zuzusehen.
Und auch so wird viel gespielt. Der Film werden gekippt oder ganz auf den Kopf gestellt. Farbfilter kommen zum Einsatz, es wird künstlich veraltert und sogar beschädigt, Farben manipuliert oder einfach nur gut arrangiert. Der Film bietet wirklich einige sehenswerte Aufnahmen, wie zum Beispiel saftig kräftige Blumenwiese, oder die Szene wo Izo mit dem „Teil seiner Seele“ im Wald sitzt und sie ihn die Haare „entlaust“.
Teilweise wirkt es aber auch fast etwas zu übertrieben. Aber wie gesagt, wenn es bei dem Film an einem nicht gefehlt hat dann Engagement.
Ob das am Ende wirklich gefällt oder nur nervt ist, wie bei Miike ja so oft (und diesmal ganz besonders), rein vom persönlichen Geschmack abhängig. Auch mich hat der film teilweise gelangweilt, aber als Gesamtwerk auf jeden Fall überzeugt. „Izo“ ist ein zweistündiges Monsterwerk, dass die Geduld seines Sehers arg strapaziert und schwer zu fassen ist, aber auch ein hoch interessantes Filmexperiment in dem soviel steckt was entdeckt werden will.
Nicht immer zünden alle Ideen und nicht jede Szene erreicht die philosophische Tiefe die man sich wünscht, aber es gibt mehr als genug gelungenes und wie schon mal gesagt: „Izo“ ist kein Unterhaltungsfilm!

Screenshots

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 Info
Originaltitel:Izo
Land:Japan
Jahr:2004
Regie:Takashi Miike
Medium:DVD (Rapid Eye Movies)
Lauflänge:ca. 120 Minuten
Freigabe:FSK - Keine Jugendfreigabe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 8.jpg 8/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

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Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-375.htm