MAIN

REVIEWS

Intern



 Valid HTML 4.01 Transitional

 Valid CSS!

 [Valid RSS]

Samurai Champloo
Story

Die junge Fuu arbeitet, seit ihre Mutter an einer Krankheit verstarb, bei bekannten im Teehaus. Dort lümmelt sich auch der Sohn das örtlichen Daikan mit seinen Buddy herum und sorgt für Ärger, während sein Vater derweil anderswo die armen Leute ausnimmt.
Doch an diesem Tag tauchen plötzlich zwei Fremde in der Stadt auf, der Herumtreiber Mugen und der herrenlose Krieger Jin. Während erstere sich im Teehaus mit dem Sohn anlegt, dezimiert zweiterer das Gefolge des Herrn Papa. Als sich beiden dann im Teehaus treffen kommt es auch zwischen ihnen zum Kampf, der allerdings durch ein Feuer unterbrochen wird, bei dem beide gefangen genommen werden.
Nun sollen sie am nächsten Tag ihr Leben auf dem Richtplatz verlieren und enthauptet werden, doch Fuu will ihnen helfen. Als Gegenleistung sollen sie ihr als Bodyguards bei der Suche nach einem Samurai der nach Sonnenblumen riecht helfen. Sie wolle diesen Mann schon lange suchen gehen, doch konnte sich nie dazu überwinden aufzubrechen. Da nun ihre Arbeits- und Wohnstätte komplett abgebrannt ist sieht sie die Zeit, dies zu tun, endlich gekommen.
Die Befreiung gelingt dann auch, wenn auch nicht unbedingt durch Fuus Hilfe, denn bis die soweit ist haben sich die Jungs schon längst selbst befreit und befinden sich im Kampf mit den Männern des Daikan. Im Chaos das ihre Feuerwerksbomben auslösen, gelingt es allerdings allen zu fliehen und am Ende wird eine Münze geworfen die entscheiden soll ob die beiden sie nun begleiten oder nicht.
Die Entscheidung fällt auf ja und so macht sich das ungleiche Gespann auf die Suche nach dem unbekannten Samurai der nach Sonnenblumen riecht. Eine Suche die sie quer durchs Land und in so manche brenzlige Situation führen wird.

Meinung

Da ist sie also: „Samurai Champloo“ (SC), die neue Serie des Link „Cowboy Bebop“ (CB) Schöpfers Shinichiro Watanabe.
Ein schweres Erbe was SC da antreten muss, denn natürlich wird sie sich mit dem Meisterwerk CB verglichen lassen müssen. Das Konzept lässt ja auch bereits die ersten Ähnlichkeiten zwischen beiden erkennen, die seltsame Mischung. War es bei CB Jazz/Blues mit einem Space-Cowboy-Ambiente, so sind es diesmal Samurais und Hip Hop die aufeinander prallen und eine amüsante Mischung ergeben.
Da fällt auch gleich ein Wort was einem beim schauen von SC öfters in den Sinn kommen dürfte, und zwar amüsant.
In der Tat wird viel wert auf die Komik gelegt und ihr teilweise sogar ganze Folgen gewidmet. Mein persönliches Highlight ist dabei die Baseball Folge mit ihrem Baseballgame of blood and death. Und hier kommt auch gleich ein weitrer wichtiger Punkt mit zum tragen, nämlich das es SC mit den historischen Fakten und Gegebenheiten nicht so genau nimmt. Da landet also kurz mal ein amerikanisches (!!!) Schiff im Hafen und will Handelsbeziehungen erzwingen. Um einen Krieg zu vermeiden entschließt man sich das ganze bei einem Baseballspiel (!!!) auszutragen. Das es dabei natürlich auch noch Referenzen auf berühmte Baseball-Persönlichkeiten gibt versteht sich ja wohl von selbst. ;)
Aber auch zu anderen Begebenheiten wird gern etwas moderne (und natürlich HipHopigge) mit in alte Japan gebracht. So kämpft man in einer Episode zum Beispiel auf einem Grasfeld (und mit Gras mein ich hier Hanf, und nicht das Wald- und Wiesengras aus Omas Hinterhof), dass aber zu allem Überfluss auch noch brennt. Wie sich der Kampf entwickelt, nachdem alle im süßen Rauch stehen soll sich jeder selbst ansehen. In einer anderen Episode hingegen findet ein Graffiti-Battle statt in dem es darum geht den gefährlichsten Platz in der Stadt zu bomben. Aber auch ganz allgemein sind immer mal wieder moderne Elemente mit dabei. So sind die Kampftechniken teilweise etwas breakdancelastig, Brillen sehen etwas zu modern aus oder es gibt unter anderem auch schwarze Samurais (Afro-Asiaten zu dieser Zeit???).
Ebenfalls sehr sehenswert sind auch noch die schwulen Holländer, die, genau wie die Amis beim Baseball, auch in ihrer Muttersprache reden dürfen. ^^’
Dabei entwickelt sich die ganze Geschichte erst einmal recht ruhig. Die Folgen sind meist in sich abgeschlossen und erzählen lediglich kurze Begebenheiten auf der Reise der drei. Zur Mitte der Serie hin zieht das ganze dann etwas an und gewinnt auch an Spannung, wenn Charakter-Backgrounds geklärt werden und auch die Story an sich etwas in Schwung kommt. Den Zwischenhöhepunkt bietet hier dann ganz klar die Doppelfolge um die blinde Frau, die die drei einen Stück ihres Weges begleitet.
Vor Ende werden dann noch mal eine paar Entspannungsfolgen eingeschoben, wie die Baseballfolge oder eine Mysterie-Folge rund um einige Zombies, die mit einer sehr schönen scary-igen Soundkulisse aufwarten kann, bevor es dann zum großen Finale geht.
Das ist im Vergleich zu CB um einiges freundlicher geworden und wartet sogar mit einem echten Happy End auf.
Einerseits schade, denn diese Melancholie und das Drama haben CB gerade auch zu etwas besonderem gemacht, andererseits auch gut, das man sich nicht auf alte Erfolgsformeln verlassen hat sondern einen neuen Weg ging.
Ansonsten darf man sich auch noch auf einige Anspielungen auf anderen Samuraigeschichten, eine Folge über Religion (in Form eines falschen christlichen Predigers) und eine Episoden die (teilweise) aus der Sicht eines Undercoveragenten der Regierung erzählt werden freuen.
Weniger Anlass zu Freude bietet hingegen Episode 12, die sich als reine Rückblickfolge entpuppt. Zwar witzig gemacht, aber dennoch nicht mehr als eine bloße Zusammenschnippelung von bereits gesehenem.
Freudig wird’s dann wieder wenn man sich der optischen Seite zuwendet, denn hier kann SC ganz klar mit CB gleichziehen und sogar noch drauflegen.
Als erstes fällt natürlich mal die Ähnlichkeit bei den Design auf. Die Figuren haben die gleiche „Schlacksigkeit“ wie die aus CB und Mugen Wuschelkopf und besonders Fuu erinnern auch an die Hauptakteure aus CB. Besonders Fuus Gesichtsausdrücke erinnern oft an Faye.
Das heißt natürlich auch das, wem die Figuren bei CB schon nicht gefallen haben, auch hier wohl nicht auf seine Kosten kommt. Alle anderen aber dürften sich in dieser Hinsicht gleich wieder „daheim“ fühlen.
Dazu kommen die detailreichen und hübschen Zeichnungen, besonders auch der Hintergründe, die mir sehr gefallen. Einige Episoden sind zwar recht dunkel geraten, aber wenn hell ist erstrahlt auch die Umgebung meist schön prächtig und darf sich zudem auch gern mal bewegen. So stehen die Wolken am Himmel nicht still und auch die Vegetation darf sich Wind- und Licht-Schatten-Effekten und vieler bunter Farben erfreuen.
Auch bei den Animationen hat man ordentliche Arbeit abgeleistet. Die Kämpfe komme schön rasant rüber und auch bei kleineren Bewegungen sieht es gut aus. Natürlich nicht auf Niveau eines großen Einzelfilms, aber für eine TV-Serie sehr ordentlich. Zumal man auch den Computer bei dem ganzen gut eingesetzt hat. Einzige wirklich unschöne Stelle die mir aufgefallen ist, ist eine Reitszene in folge 13, und das ist angesichts von 26 Foglen eine sehr geringe, zu vernachlässigende, Quote. :)
Ein weitere wichtiger Punkt ist natürlich die Musik, die wohl das Hauptbindeglied zwischen Samurai und Hip Hop hier bildet. So besteht die BG-Musik meist aus recht guten und vor allem passenden (weil nicht zu gewaltigen) Beats, wird aber hin und wieder auch von klassischeren Tönen abgelöst. Halt immer so wie es am besten passt. Das ganze ergibt ein wirklich schönes Gesamtbild. Einzig und allein das Titellied kann mich gar nicht begeistern. Hier hätte man schon mal einen etwas kräftigeren Beat nehmen können, der auch etwas mehr Wumms hat. So klingt das ganze doch leider für meine Ohren viel zu dünn. Dazu kommt dieses wirklich nicht sehr toll klingende rappen auf englisch. Sorry aber so was sollte man nur machen wenn man englisch auch wirklich Muttersprachen-like fließend und absolut sicher spricht. Grade auch wegen der Reime. Man braucht einfach einen gewissen Wortschatz und eine gewisse Sprachsicherheit um gut in einer anderen Sprache reimen zu können, und dieses Lied klingt als wäre nicht von beiden gegeben.
Aber nur an einem einzigen Openingtrack ist denk ich noch keine Serie gescheitert und auch SC tut dies nicht.
„Samurai Champloo“ ist eine hervorragende Serie, die zwar nicht mit ihrem großen Vorgänger „Cowboy Bebop“ konkurrieren kann, dennoch aber ausgezeichnete Unterhaltung und eine interessante und spannende Geschichte bietet.
Ich kann sie jedem Samuraifan nur empfehlen.

Screenshots

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Bild 10

Bild 11

Bild 12

 Info
Originaltitel:Samurai Champloo
Lauflänge:ca. 25 Minuten pro Episode
Episoden:26
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Jahr:2003
Regie:Shinichiro Watanabe
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Grafik:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  8/10

Aufrufe: 6110
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-373.htm