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Gozu
Story

Ozaki und sein treuer Freund Manimi sind schon lange gemeinsam in einem Yakuza-Clan. Doch in letzter Zeit dreht Ozaki immer mehr durch. Als er eines Tages bei einem Meeting mit dem Boss den Hund einer Dame die vor dem Laden steht zu Tode prügelt, weil er meint das wäre ein abgerichteter Yakuzakillerhund ist das Maß voll, zumal Ozaki auch schon plante den Boss zu stürzen.
Der Boss gibt Manimi den Auftrag Ozaki zu einer bestimmten Müllkippe zu bringen und ihn dort zu entsorgen. So machen sich beide, Ozaki in dem Glauben sie seien auf dem Weg zu einem wichtigen Treffen, auf den Weg. Allerdings bekommt Ozaki wieder einen seiner Anfälle und glaubt der Wagen hinter ihnen sei ein getarntes Yakuza Fahrzeug. Manimi kann ihn gerade noch bewusstlos schalgen, bevor er die Fahrerin erschießt.
Er hievt Ozaki zurück ins Auto fährt weiter. Doch als er kurz darauf eine Gefahrenbremsung hinlegen muss knallt Ozaki mit voller wucht aufs Armaturenbrett und Manimi muss voller Schrecken feststellen das sein Freund tot ist. Er versucht seinen Boss zu erreichen doch sein Handy geht nicht. In der nächsten Stadt halten sie an einem Cafe doch weder in der Telefonzelle noch im Cafe selber kann Manimi telefonieren. Stattdessen ist nun auch noch Ozakis Leiche aus dem Wagen verschwunden.
Für Manimi beginnt damit eine Suchaktion die direkt in einen Alptraum führt.

Meinung

Wie schreibt man ein Review zu einem Film den man nicht wirklich verstehen kann?
Ein film der einem auch gar nicht die Möglichkeit dazu gibt, ganz im Gegenteil der seine ganze Bestrebung darin setzt sich dem Verständnis des Zuschauers zu entziehen. Was wie eine einfache Geschichte über einen wahnsinnig gewordenen Yakuza beginnt wandelt sich spätestens in dem Moment wo Manimi das Homo-Cafe betritt zu einer einzigen großen Groteske, die dem Zuschauer eine absurde Szene nach der anderen vorsetzt.
Davor war es noch relativ einfach. Ozaki schien eindeutig ein total Verrückter in einer normalen Welt zu sein. Nicht nur seine Handlungen sondern auch die quietschich verzerrte Musik mache uns das mehr als deutlich. Doch plötzlich verdreht sich die gesamte Situation. Plötzlich scheint die ganze Welt den irre zu sein und nur Manimi ist ein letzter Normaler unter all den Narren. Doch auch das löst sich langsam auf und bald ist man bereit zu glauben das Manimi der verrückte ist und die Welt um ihn herum die Normalität.
Dabei gibt uns der Film am Anfang sogar noch den ein oder anderen Strohhalm in die Hand, der uns andeutet das man die ein oder andere Szene ja vielleicht so oder so deuten könnte. Den feigen blassgesichtigen vielleicht als Anklage des Mobbings in Schulen oder die Milch spendende Hotelbesitzerin vielleicht als das nicht abfinden können mit dem älter werden.
Aber mehr als Vermutungen und persönliche Deutungen sind auch das nicht.
Am Ende aber wird uns überhaupt kein Hinweis mehr zugebilligt was denn nun eigentlich all das bedeuten soll, wenn es denn überhaupt irgendwas bedeuten soll. So bietet der Film viel Raum für Interpretationen an denen sich geneigte stundenlang versuchen und anschließend in der Gruppe darüber diskutieren können.
Doch ist das jetzt gut oder schlecht?
Das ist eine Frage die sich nicht pauschal beantworten lässt.
Nun sind Miikes Filme eh schon immer auch eine Geschmackssache gewesen, doch dieser Film führt das von allen die ich bisher von ihm gesehen habe am weitesten.
Hat sich der Meister nun was dabei gedacht oder vielleicht doch einfach nur sinnlos drauf los gefilmt, der Zuschauer wird sich schon selbst was draus machen. Wer weiß?
Aber egal ob man die Story nun für grenzgenial Tiefgründig oder billig zusammengeschustert hält, eines wird wohl keiner abstreiten könne: Der Film trifft einen frontal wie ein Güterzug!
Man zeige mir bitte den Zuschauer dem nicht Augen und Mund weit offen stehen wenn er das erstemal diesen Film sieht und ich sage derjenige kann sich nicht mehr begeistern lassen. Was Miike hier an Skurrilitäten und surreal Groteskem zusammengefilmt hat sucht wohl seines gleichen. Total verrückt ist da noch viel zu harmlos ausgedrückt. Eine Absonderlichkeit jagt die nächste und das noch gewürzt mit Miikes typischen Tabu- und Geschmacksbrüchen, so wie einer priese seinen kleinen, fiesen Humors sorgt dafür das der Film über seine ganze Länge hinweg zu fesseln weis. Man kann einfach nur ungläubig daneben sitzen und sich fragen wem so etwas nur einfallen kann. Man möchte sich quasi die ganze Zeit mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen. ^^
Auch auf der optischen Seite legt es Miike darauf an den Zuschauer zu ärgern. So triebt er des öfteren das Spiel das er dem Seher etwas vorenthält und ihn schmoren lässt, indem er zum Beispiel bei Dialogen hartnäckig auf der Person bliebt die wir eh schon kennen und uns eine kleine (gefühlte) Ewigkeit schmoren lässt bis er uns dann doch noch gnädig einen Blick auf den Konversationspartner werfen lässt. Ansonsten wird unter anderem auch wieder mit einer wackeligen Handkamera gearbeitet und ähnliche kleine Spielereien die das sehen noch interessanter machen als es die Motive die dabei gefilmt werde eh schon tun.
Auch musikalisch wird gespielt. Da wäre der schon erwähnte quitsch-Sound, aber auch sonst wird der Score gern mal zerstückelt und quasi angegriffen. Da kommen gibt es unter anderem eine kleine Sexszene am Ende die uns durch eine immer wieder abbrechende und neu ansetzende Bassspur quasi über die Musik im Kopf visualisiert wird. Wir sehen eigentlich nichts, aber der ton sorgt dafür das die Bilder die wir mit den Augen nicht sehen im Gehirn nachgeliefert werden.
All das macht „Gozu“ zu einem Filmerlebnis das mich auf jeden Fall begeistern konnte und mir schöne und vor allem interessante 130 Minuten beschert hat.

Screenshots

Bild 1

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Bild 8

 Info
Originaltitel: Gokudô kyôfu dai-gekijô: Gozu
Land:Japan
Jahr:2003
Regie:Takashi Miike
Medium:DVD (I-On New Media)
Lauflänge:ca. 130 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 9.jpg 9/10

Sound:

 9.jpg 9/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5519
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-356.htm