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Oldboy
Story

Oh Dae-Su ist ein Trunkenbold und Schürzenjäger. Selbst am Geburtstag seiner Tochter lässt er sich voll laufen und landet zu guter letzt auf dem Polizeirevier. Als sein Bruder ihn abholen kommt und ihn nach Hause schaffen will machen beide unterwegs halt an einer Telefonzelle und Oh Dae-Su wird gekidnappt. Die nächsten 15 Jahre seines Lebens verbringt er eingesperrt in einem kleinen Raum. Essen bekommt er durch eine Durchreiche in seiner Tür und auch ein kleines Bad und einen Fernseher hat er in seinem Gefängnis, aber das alles kann die Freiheit nicht ersetzten. Hin und wieder wird er auch per Gas außer Gefecht gesetzt und dann medizinisch behandelt und hypnotisiert. Ansonsten verbringt er seine Zeit hauptsächlich mit trainieren und dem graben eines Fluchttunnels.
Doch bevor er den fertig stellen kann erwacht er eines Tages in einem Koffer auf dem Dach eines Hochhauses und ist wieder frei. Getrieben von dem Verlangen nach Rache und dem Wunsch nach einer Erklärung für das alles macht er sich auf diejenigen zu finden die ihm das angetan haben. Dabei gerät er an die junge Sushiköchin Mi-Do die ihn aufnimmt und ihm bei seiner Suche helfen will. Doch irgendwie scheint sie selbst mit in die Geschichte verwickelt zu sein und eventuell sogar die Hintergründe zu kennen.
Oh Dae-Sus Weg führt ihn in eine Art Privatgefängnis in dem Leute für Geld gefangen gehalten werden. Hier findet er auch erste Informationen über den Auftraggeber der seine Gefangennahme angefordert und bezahlt hat. Doch bis Oh Dae-Su endlich der schrecklichen Wahrheit auf die Spur kommt liegt noch einer weiter Weg vor ihm.

Meinung

So, wie fange ich am besten an?
Am besten wohl damit das Oldboy eine Comicverfilmung ist und auch solche betrachtet werden sollte. Es gibt Leute die sprechen im Zusammenhang mit dem Film immer von „übertrieben“ und „überzogen“, zum Beispiel im Zusammenhang mit einigen Kampfszenen in denen Oh Dae-Su gleich dutzende Gegner besiegt. Das scheint natürlich nicht unbedingt sehr real, aber für Comics ist das normal. Auch andere Szenen wie zum Beispiel die riesige Ameise in der U-Bahn haben eine sehr surreale Wirkung im Film und müssen meiner Meinung nach im Zusammenhang mit dem Comichintergrund gesehen werden. Im Comic, der eine viel größere Darstellungsmöglichkeit hat als ein Realfilm, sind solche Bilder nichts ungewöhnliches und ich denke Regisseur Park Chan-Wook hat sich hier auch an den Darstellungen des Comics orientiert. So strotz der ganze Film vor ausdrucksstarken Bildern. Ein weiteres klares Bespiel für die Wurzeln des Films ist auch die Szene in der die Zeit plötzlich angehalten und die Flugbahn eines Hammers per Strichlinie vorgezeichnet wird.
Aber auch abseits der Comicanleihen wird viel „herumgespielt“. Da wäre gleich zu beginn die ständig wackelnde und sich bewegende Kamera in der Polizeiwache oder auch die stylische Credits die die tickende und verstreichende Zeit zum Thema haben. Und so setzt sich das durch den ganzen Film bis zum Ende hin fort. Tolle Szenen sind hier zum Beispiel noch, wenn Oh Dae-Su in seinem Gefängnis die Vision der 1000ende Ameisen hat die über seinen Körper kriechen, kombiniert mit dem flackernden Licht. Oder auch die eklige Szene in der er einen lebendigen Tintenfisch verspeist. Seine ausdrucksstarken Bilder sind dann auch das größte Plus an diesem Film den die Story an sich entpuppt sich nach näherem Betrachten doch als etwas löchrig. Als kleines Beispiel will ich hier nur die Gasleitung her nehmen, die Oh Dae-Su, mit all den Dingen die er in seine Zelle hat, locker hätte verstopfen können. Ich könnte jetzt noch weitere Punkte aufzählen, aber das würde zu sehr spoilern und das wäre absolut unschön, den die Spannung ist mit das beste an dem Film. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, denn auch wenn die Story nicht ganz perfekt ist, Spannung aufbauen kann sie. So kommen die großen Enthüllungen im Finale wirklich wie Paukenschläge und obwohl sie im nachhinein betrachtet vielleicht sogar vorhersehbar erscheinen bleiben sie den ganzen Film über bis zu ihrer Enthüllung doch im dunkeln und der Zuschauer weiß nicht was nun der wirkliche Grund des ganzen ist. Andererseits sind die Charaktere aber so gut ausgearbeitet das der Zuschauer ein echtes Interesse an ihnen aufbaut und unbedingt wissen möchte was warum passiert ist und das beides zusammen schafft dann die Spannung die Oldboy durchweg auszeichnet. Eine wichtige Rolle dafür spielen natürlich auch die guten Leistungen der Schauspieler, die ihren Rollen Leben einhauchen und sie uns nahe bringen. Eigentlich gibt es den ganzen Film niemand der wirklich in dieser Hinsicht aus dem rahmen fällt. Es gibt allerdings auch nicht so viele große Rollen, eigentlich lassen die sich auf 5 zusammenraffen, die alle ihre Sache gut bis sehr gut machen.
Ach ja, an manchen Stellen liest man auch die Geschichte von Oldboy wäre nur ein Abklatsch vom „Grafen von Monte Christo“. Dem kann ich mich nun überhaupt nicht anschließen, denn außer der groben Handlung „Mann wird unschuldig eingesperrt und sinnt nach seiner Freikommung auf Rache“ haben die Geschichten nichts gemein. Schon bei dem Grund für die Wegsperrung und bei der Wiedererlangung der Freiheit unterscheiden beide Geschichten sich völlig. Edmond Dantès wurde aufgrund von Neid von einigen „Freunden“ denunziert und unschuldig eingesperrt und sollte auch nie wieder frei kommen. Die Flucht gelang ihm nur weil er seinen Körper mit dem seines Mentors im Leichensack vertauschte. Man sieht schon an diesem, einzigen verbindenden Punkt, unterscheiden sich die beiden Geschichten doch grundlegend, und der Rest hat dann überhaupt nicht mehr miteinander gemein. Man kann also allerhöchstens von einer kleinen Anleihe sprechen die Chan-Wook bei Dumas nimmt.
Was wäre noch zu sagen?
Die musikalische Untermalung ist während des gesamten Films über gut gelungen, fällt aber nicht aus dem Rahmen sondern orientiert sich an den typischen Filmmusiken.
Ansonsten ist Oldboy mal wieder ein toller Film aus Korea, der den Stand Koreas als neue Filmhoffnung weiter untermauert. Wegen der teilweise recht harten Bilder vielleicht nicht für jedermann zu empfehlen aber eine Sichtung auf jeden Fall wert.

Screenshots

Bild 1

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Bild 9

 Info
Originaltitel:Oldboy
Land:Südkorea
Jahr:2003
Regie:Park Chan-wook
Medium:DVD (e-m-s)
Lauflänge:ca. 115 Minuten
Freigabe:FSK ab 16 Jahren
Online-Filmdatenbank:OFDb

 Bewertung

Optik:

 9.jpg 9/10

Effekte:

 9.jpg 9/10

Sound:

 8.jpg 8/10

Story:

 8.jpg 8/10

 Gesamt:

  9/10

Aufrufe: 5829
Review by Df3nZ187 (© by Anime-Ronin.de)
Review verlinken: http://www.anime-ronin.de/review-332.htm