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Eine persönliche kleine Geschichte des Anime

"First things first", wie es so schön heißt, also beginnen wir mit dem allseits beliebten, wenn es nicht da wäre sicherlich schmerzlich vermissten, Vorwort.
Der folgende, absolut subjektive, Abriss der Animegeschichte entstand, wie so oft bei mir, eigentlich mal als etwas anderes. In diesem Fall eine allgemeine Übersicht über die Geschichte der Animes.
Leider musste ich bei meinen sehr mühseligen und oftmals nicht wirklich fruchtenden Recherchen zum diesem Thema feststellen, dass es mir sowohl an Zeit, Lust, Möglichkeit als, nicht zu letzt, auch Kompetenz mangelt um tatsächliches etwas derartiges zu Stande zu bringen. Da ich aber auch keinesfalls gewillt war meine bisherigen Bemühungen einfach so über Board zu werfen und es sein zu lassen, entschloss ich mich, das Ganze einfach in einen mir möglichen Rahmen zu pressen und heraus kam, was ihr nun gleich lesen werdet. (oder auch nicht, falls ihr jetzt schon die Nase voll habt)
Bevor es denn aber losgeht muss ich noch unbedingt zur Kenntnis bringen, dass viele der folgenden Informationen, besonders aus der Anfangszeit, oftmals auf nur einer einzelnen Quelle fußen und sich für diese zu häufig keine Bestätigung, aber auch keine Widerlegung finden ließen. Alle Angaben sind deshalb ohne das berühmte Gewähr und mit Vorsicht zu genießen und weiterzuverwenden.
Außerdem möchte ich noch ein paar besonders wichtige Quellen erwähnen die ich für die Erstellung dieser Historie zu Rate gezogen habe:

Die "Anime Encyclopedia" von Jonathan Clements und Helen McCarthy (ISBN:978-1-933330-10-5)
Die "Japanese Anime Classic Collection" DVD-Box des japanischen Labels Digital Meme
Die "Anido - The History of Japanese Animation Classic" DVD und
Die "Anido - Best Animation in the World - Kenzo Masaoka" DVD, beide erschienen bei Anido
Die "The Roots of Japanese Anime - Until the End of WW II" DVD, erschienen bei Zakka Films

Ohne diese tollen Werke wäre dieser Artikel, besonders in den ersten paar Jahrzehnten, wohl ziemlich leer geblieben.
So, nun geht’s aber los.



1917
-
1929
taro
Katsudo Shashin

momotaro
Imokawa Mukuzo Genkanban no Maki

taro
Tairiki Taro no Mucha Shugyo

momotaro
Nihon-ichi Momotaro

issun
Issun-boshi no shusse

taro kisha
Taro-san no kisha

kuro nyago
Kuro Nyago
Early Days

Bereits um 190? soll der wohl älteste bekannte Anime Link Katsudo Shashin entstanden sein.
Gefunden 2005 in einem alten Filmprojektor in Kyoto, besteht er aus gerade einmal 50 Einzelbildern die direkt auf 35mm-Film gezeichnet wurden und die abgespielt eine Länge von ca. 3 Sekunden ergeben.
Das ist dann aber auch schon alles was sich heute mit wirklicher Sicherheit über diesen kuriosen Fund sagen lässt.
Den aufsehenerregenden Spekulationen des Entdeckers dieses Reliktes Naoki Matsumoto, dass der Film bereits im Jahre 1907, und damit 10 Jahre vor den bisher ältesten bekannten japanischen Zeichentrickfilmen, entstanden sein soll und sogar noch bevor erste ausländische Werke in Japan gezeigt wurden, mag sich heute kein Experte mehr so recht anschließen. Hier ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens. Allerdings halten es manche durchaus für möglich dass der Film bereits um 1915 herum produziert wurde, genau der Zeit also als erste ausländische Zeichentrickfilme in Japan gezeigt wurden, was ihn immerhin noch zum ältesten heute bekannten japanischen Vertreter seiner Gattung machen würde.

Den eigentlichen Startschuss für den japanischen Zeichentrickfilm stellten wohl auch eher erste Aufführungen ausländischer Trickfilme in Japan um das Jahr 1914/1915 (ca. 21 Stück) dar, welche dann auch heimische Filmgesellschaften dazu motivierten eigene Produktionen in Auftrag zu geben.
Dabei handelte es sich um nur einige wenige Minuten lange Kurzfilme, die meist als Vorfilm in Kinovorstellungen, aber später auch teilweise im Sammelpack als eine Art "Kinderrevue" aufgeführt wurden.

Der erste Kurzfilme dieser frühen Zeit war wohl Imokawa Mukuzo Genkanban no Maki von Hekoten (Oten) Shimokawa (Januar 1917), der heute als der erste in Japan entstandene professionelle Trickfilm gilt. Noch erhaltene Fragmente dieses Werkes waren vor einigen Jahren in einer japanischen TV-Show zu sehen.
Ebenfalls 1917 erschienen Anahekonai's New Sword von Jun-ichi Kochi und Saru Kani Kassen (20.05.1917) und Chokin no Susume von Seitaro Kitayama.

Nur ein Jahr später schaffte es mit Momotaro (01.03.1918), ebenfalls von Seitaro Kitayama, der erste Anime auch im Ausland gezeigt zu werden und 1921 gründete Kitayama mit "Kitayama Eiga Seisaku-sho" das erste Trickfilmstudio Japans.

Ein weiteres Betätigungsfeld für diese frühen Animatoren waren auch kurze Zeichentricksequenzen für Lehrfilme, Dokumentationen und ähnliches. So steuerte Kitayama z. B. eine solche Sequenz für Koku Eisei (1922) bei, einem Lehrfilm rundum die richtige Mundhygiene.
Weitere frühe Beispiele sind Kiatsu to Mizuage Pump (1921, über die Funktionsweise von hydraulischen Pumpen) oder Shokubutsu Seiri Seitai no Maki und Chikyu no Maki (beide 1922).

Heute sind aus dieser Zeit generell nur noch sehr wenige Filme bzw. Filmfragmente erhalten, was einerseits sicher an der geringen Zahl an produzierten Kopien und deren schlechter Qualität zur damaligen Zeit liegt, aber auch an einer der ersten großen Tragödien der Animegeschichte.
Am 1. September 1923 um 11:58 begann das Große Kanto-Erdbeben, das bis heute zu den schwersten Erdbeben Japans zählt und nicht nur um die 142.000 Todesopfer forderte, sondern (vor allem durch nachträgliche Feuer) auch große Teile des Großraums Tokio zerstörte, darunter auch etliche der frühen Produktionsstudios für Animes inklusive deren Archiven.
Doch die aufstrebende Branche ließ sich von derartigen Rückschlägen nicht unterkriegen. Einige Kreative wanderten in andere Teile Japans ab, andere bauten ihre Studios wieder und schon bald erschienen weitere neue Werke.

So veröffentlichte 1926 Noburo Ofuji mit Songoku Monogatari einen seiner ersten Filme.

Und aus dem Jahre 1928 sind dann die beiden ältesten Kurzfilme die ich bisher gesehen habe, Link Tairiki Taro no Mucha Shugyo und Link Nihon-ichi Momotaro von Sanae Yamamoto, einem Schüler Kitayamas.

Außerdem erschien mit Yonjunin no Tozoku von Takeo Ueno im selben Jahr ein erstes etwas längeres Werk mit stolzen 17 Minuten Laufzeit.

1929 folgenten dann u. a. noch Link Issun-boshi no shusse, Link Kobu-tori und Link Taro-san no kisha von Chuzo Aoji.

Unterdessen unternahm Noburo Ofuji mit Kujira und Link Kuro Nyago erste Schritte auf dem Gebiet des Tonfilms.
Bis dahin waren die Animes alle noch Stumm und Ton kam wenn, dann während der Vorführung des Films von Schallplatte oder auch mal live mit Instrumenten. Zudem gab es oft einen Erzähler (Benshi) der parallel zum laufenden Film die Geschichte erzählte.
Der erste echte Tonfilm, wie wir ihn heute kennen, sollte aber erst ein paar Jahre später folgen.
Genau wie der erste Farbfilm - aber auch hier experimentierte Ofuji bereits mit seinem Ogone no Hana (1929), der in seiner gefärbten Variante aber unveröffentlicht blieb (wahrscheinlich wegen mangelnder Qualität) und in Vorführung nur Schwarz/Weiß gezeigt wurde.


1930
-
1939
norakuro
Norakuro

kokka
Kokka Kimigayo

oyoge
Oyoge-ya oyoge
Es geht richtig los

Die 30er Jahre stehen für mich vor allem im Zeichen des Duos Chuzo Aoji und Yasuji Murata mit ihren Werken wie den Link Norakuro Link Filmen, Link Umi no Momotaro (1932) oder Link Umi no Mizu wa Naze Karai (1935).
Beide übrigens ehemalige Mitarbeiter im Animationsstudio von Kitayama Seitaro, genau wie auch Sanae Yamamoto und Noburo Ofuji, der mit Filmen wie Link Haru no uta (1931), Link Kokka Kimigayo (1931) und Link Mura Matsuri (1930) auch weiter an seinem Stil arbeitet.

Aber auch Filme wie Link Tengu Taiji (1934) von Nobuo Oyama, Link Shojoji no Tanuki-bayashi (1934) und Link Oyoge-ya oyoge (1939) von Ikuo Oishi oder Link Osaru no Kantai und Link Ohisama to Kaeru (beide 1936) von Manzo Miyashita zeigten wie sich die noch junge Industrie schnell vergrößerte.

Ein weiterer wichtiger Pionier dieser Zeit war auch Kenzo Masaoka, der mit Chikara to Onna no Yo no Naka (1933) den ersten richtigen Zeichentrick-Tonfilm Japans produzierte und der als einer der ersten die Folienanimation nutzte und bei seinen Filmen (z. B. Link Chagama-Ondo (1935) oder Link Benkei tai Ushiwaka (1939)) mit verschiedenen Produktionstechniken experimentierte.

Allerdings merkt man einigen dieser Werke auch schon eine gewisse militaristische Stimmung an, die sich spätestens seit dem ersten Einmarsch von japanischen Truppen in China 1930 breit macht.
Die Propaganda-Welle beginnt zu rollen, wenn auch erst einmal noch auf freiwilliger Basis. Aber den höheren Budgets und den Angeboten für eine breite Kinoveröffentlichung können schon damals viele Studios nicht widerstehen.

Murta Momotaro Arieal (1931) gilt dabei als einer der ersten "War Time" Animes und waren die Geschichten Anfangs noch etwas subtiler, erzählten eher von Heldentum und Aufopferung, so wurde auch bald in deutlicheren Bildern gesprochen und offen gegen ausländische Einflüsse, die das japanische Kulturgut bedrohen, ins Felde gezogen.
Deutliche Beispiel sind u. a. Link Momotaro vs. Mickey Mouse (1934) von Komatsuzawa Hajime oder Kuroneko Banzai (1933) von Takao Nakano, in denen beiden Mickey Maus der Feind ist.
Und selbst Leute wie Noburo Ofuji konnten sich dem nicht entziehen, der in Sora no Arawashi einen Kampfflieger gegen Popeye- und Stalinförmige Wolke ins Felde ziehen ließ.
1939 erließ die Regierung dann schließlich ein "Film-Gesetz", dass eine zentrale Kontrolle über Filmproduktion durch die Regierung einrichtete, so das sich nun wirklich niemand mehr dem Einfluss des Krieges entziehen konnte.


1940
-
1949
uminoshinpei
Momotaro - Umi no Shinpei

dobutsu
Dobutsu mura no dai-sodo

kumo
Kumo to chûrippu
Krieg

Nun endgültig im Krieg angekommen dienten auch die meisten damaligen Animestudios, dank des "Film-Gesetzes", hauptsächlich Propagandazwecken, aber trotz fragwürdigem Background trugen die dabei entstandenen Werke natürlich weiter zur Verbreitung der noch relativ jungen Stilform bei und schafften mit Link Momotaro - Umi no Shinpei von Mitsuyo Seo (12.04.1945), dem wohl ersten "abendfüllenden" Anime, den Sprung vom Kurz- zum Langfilm.

Maßgeblich dazu bei trugen wohl auch die Umstände, dass mit Zeichentrick bei relativ kleinem Budget dennoch enorm viel gezeigt werden kann und z. B. auch große Schlacht-/Kriegsszenen, die als Realfilm Unmengen an Aufwand und Kosten verschlingen würden, preisgünstig zu produzieren sind.

Dennoch dominierten die Kurzfilme weiter die Animelandschaft und so erschienen 1942 z. B. Link Dobutsu mura no dai-sodo und Spy Gekimetsu von Sanae Yamamoto, Hawaii-Marei Okikaisen von Kajiro Yamamoto und Link Osaru no Sankichi: Bokusen von Yoshitaro Kataoka.
Und nur ein Jahr später der aufwändige Link Kumo to chûrippu von Kenzo Masaoka und der Vorläufer von Momotaro - Umi no Shinpei, Link Momotaro no Umiwashi, ebenfalls von Mitsuyo Seo.

Aber auch in den Nachkriegsjahren arbeiteten vereinzelte Filmemacher, trotz kaum noch vorhandener Mittel, weiter und so entstand mit Maho no Pen von Masao Kumagawa 1946 einer der ersten Anime nach dem Kriegsende.
Und Sanae Yamamoto gab 1947 mit der Gründung seines Studios "Nippon Doga" der Branche wieder etwas Aufschwung.
Bestimmt waren viele dieser ersten Nachkriegsanimes durch den Einsatz von süßen Tierchen als Hauptfiguren, wie z. B. in der Tora-chan Triologie (Link Suteneko Tora-chan 1947, Link Tora-chan to Hanayome 1948 & Link Tora-chan no Kankan Mushi 1950) von Kenzo Masaoka, in denen es um die Abenteuer eines süßen Kätzchens geht, oder Sports Kotanuki (1949) von Hideo Furusawa mit Tanukis in der Hauptrolle.

Ebenfalls weiter am Ball blieb Noburo Ofuji, von dem 1948 Link Kuma ni kuwarenu otoko erschien.
Desweiteren fand noch im selben Jahr mit Boku no Yakyu von Megumi Asano der erster wirkliche Farbfilm seinen Weg auf die Kino-Leinwand.

Außerdem wurde mit Toei 1948 das vielleicht berühmteste Produktionsstudio Japans gegründet, dass die nächsten Jahrzehnte und bis heute ein führende Rolle auf dem Markt innehaben sollte und für viele große Namen des Genres eine Startplattform bot.


1950
-
1959
hakujaden

gulliver
I see colors

Zusammen mit dem Land begann sich auch die Film- und Animeindustrie wieder zu erholen, wobei, unter den wachsamen Augen der Besatzungsmacht, weiterhin Kurzfilme produziert wurden, die nun allerdings häufiger auch mal von westlicher Kultur beeinflusst waren und klassische Romane aufgriffen wie z. B. Jonathan Swifts Roman "Gullivers Reisen" in Link Gulliver Funtoki (1950) von Tokio Kuroda und Shigeyuki Ozawa, und nicht mehr bevorzugt nur klassische japanische Sagen und Märchen.

Ebenfalls immer noch auf dem Gebiet der Kurzfilme tätig war Noburo Ofuji, der ab 1952 auf verschiedenen internationalen Filmfestivals Preise gewinnen konnte (u. a. 1952 mit einem Remake seines früheren Werkes Kujira den zweiten Platz in Cannes) und damit dabei half den Blick ausländischer Filmverleiher auf den japanischen Markt zu lenken. (z. B. 1956 mit Yureisen Teilnahme bei den Filmfestspielen in Venedig)

So auch auf den im Jahre 1958 entstandenen, ersten Anime Langfilm nach Ende des 2ten Weltkriegs und der erste aus dem frisch gegründeten Studio Toei Animimation (1956 hervorgegangen aus dem Kauf von Sanae Yamamotos "Nippon Doga" durch Toei).
Link Hakujaden heißt das gute Stück, stammt von Kazuhiko Okabe und Taiji Yabushita und schaffte es als Panda and the Magic Serpent in die US-Kinos. Der Stil war aber auch noch sehr von Disney inspiriert, so dass dem US-Publikum da gar nicht zu viel fremd vorgekommen sein dürfte.

Ebenfalls unter Regie von Taiji Yabushita und unter Mitarbeit eines der ganz großen Animatoren der Nachkriegszeit, Yasuji Mori, entstand 1957 auch noch der Kurzfilm Link Koneko no Rakugaki und zwei Jahre später dann nur noch unter Regie von Mori der Nachfolger Link Koneko no Studio.
Mori, der sich Ende der 40er Jahre einen Namen als Animator machen konnte und bereits als Kinderbuchillustrator bekannt war, zählt bis heute zu den stilprägenden Größen des japanischen Nachkriegs-Zeichentrick und schuf nicht nur selber viele bekannte Werke, sondern unter seinen Fittichen verdienten sich bei Toei Animimation auch einige namenhafte Künstler (u. a. Hayao Miyazaki und Isao Takahata) ihre ersten Sporen.


1960
-
1969
streetcorner
Story of a Certain Street Corner

horus
Horus

astro
Astro Boy
The 60s

Die 60er Jahre bedeuten für mich vor allem den Start einer Bewegung weg von den, nach dem Krieg gegründeten, großen Studios (besonders Toei) hin zu unabhängigen kleinen Filmschmieden die mehr Raum für Kreativität und experimentelle, künstlerische Arbeiten schaffen sollten.
Als maßgebliche Initiatoren dieser neuen Bewegung abseits des Mainstreams gelten heute besonders Yoji Kuri (Link Au Fou, Link Stamp Fantasia), Ryohei Yanagihara und Hiroshi Manabe, die sich erstmals als angestellte Animatoren im Rahmen einer intellektuell-künstlerischen TV-Produktion trafen und die im Jahre 1960 unter dem Titel "Animation Sannin no Kai" ("Gruppe der drei Animatoren") begannen ihre Werke gemeinsam auf einer Art jährlichem Festival zu präsentieren.

Mit diesem Schritt gelang es ihnen unabhängige Animeproduktionen in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken und auch anderen Künstler dazu zu animieren ihren eigenen Weg zu suchen, was sich spätestens ab 1964 in einer starken Vergrößerung ihres „Animation Festival“ äußerte, auf dem in diesem Jahr u. a. ein gewisser Osamu Tezuka mit seinen experimentellen Kurzfilmen Link Mermaid und Link Memory (beide 1964) auftrat.

Dieser hatte vier Jahre zuvor zusammen mit u. a. Eiichi Yamamoto sein eigenes unabhängiges Studio Mushi gegründet, das 1962 mit seinem Erstling, dem Musikanime Link Story of a Certain Street Corner (20.9.1962, von Yusaku Sakamoto und Eiichi Yamamoto) brillieren konnte, der als erster Anime mit dem ebenfalls gerade neu ins Leben gerufenen Link Ofuji Noburo Award ausgezeichnet wurde.

Neben weiteren experimentellen Kurzfilmen wie Link Male (1962) oder Link Drop (1965), lieferte Tezuka 1966 mit Link Pictures at an Exhibition ein wahres Meisterstück ab, bei dem er viele unterschiedliche Zeichen- und Animatonstile mischte und präsentierte.

Der größte Hit von Mushi war allerdings die Serie Astro Boy (01.01.1963 - 31.12.1966), die, wenn auch nicht die erste Anime TV-Serie (siehe unten), neue Maßstäbe in Sachen Design und Storytelling setzte und das klassische ~30 Minuten Serien Format für Animes etabliern konnte.

Ein weiterer sehr interessanter Kurzfilm ist auch Link Murder (1964) von Makoto Wada, der ebenfalls den "Ofuji Noburo Award" erhielt.

Eine Revolution hielten dann auch noch die späten 60ziger bereit, und zwar den 1968 erschienen Link Horus - Prince of the Sun, eine frühe Zusammenarbeit der, inzwischen geradezu legendären, Isao Takahata (Regie) und Hayao Miyazaki (Key-Animation & Set-Design). Obwohl der Film neue Maßstäbe in Sachen Story und Optik setzte, fiel er beim Publikum leider gnadenlos durch und beendete Isao Takahatas Regielaufbahn bei Toei. (und das wo es doch grade mal seine erste war)

Und auch Gulliver blieb ein beliebtes Thema und durfte sich in Link Gulliver no Uchuu Ryokou (1965) diesemal sogar zu einer Reise in den Weltraum aufmachen.

In Deutschland wohl etwas bekannter dürfte da allerdings schon ein junges Mädchen namens Mila sein, dass sich in Link der gleichnamigen Serie (1969) aufmachte die Welt des Volleyball zu erobern und auch hierzulande viele Fans fand.
Ganz im Gegenteil zu Shonen Sarutobi Sasuke, der es unter dem Titel Der Zauberer und die Banditen 1961 als erster Anime nach Deutschland schaffte, heute aber wohl kaum jemanden noch ein Begriff ist.

Und noch ein weiteres junges Mädchen flimmerte fortan über die japanischen Mattscheiben. Sally hieß die junge Hexe, die statt im Hexenreich Zauberformeln zu büffeln, lieber unter den Menschen leben wollte und mit ihrer Serie Link Mahou Tsukai Sally (05.12.1966 - 30.12.1968) das Genre der Magical Girl Anime schuf.

Natürlich gibt’s aus dieser Zeit auch noch ein paar erwähnenswerte Highlights, die es auch ohne das ich sie kenne, verdient haben hier genannt zu werden.
Da wären unter anderem:

Three Tales (15.01.1960), der erste Anime im japanischen TV
Manga Calendar (26.06.1962 - 25.06.1964), die allererste Animeserie
Gigantor (20.10.1963 -27.05.1965), ein erster, früher Vertreter des Mecha-Genres




1970
-
1979
yamato
Space Battleship Yamato

marine
Marine Express

lupin
Lupin III
The 70s

Der Beginn der 70ziger Jahre ist für mich dann erst einmal wieder mit einer Phase der totalen Unkenntnis gleichzusetzen.
Obwohl mit Animes wie Mazinger Z (03.12.1972 -01.09.1974) oder Space Battleship Yamato (06.10.1974) ein regelrechter Sci-Fi und Mecha-Boom eingeleitet wurde, ist dies alles bisher ziemlich an mir vorbeigegangen.
Selbst spätere Nachfolgewerke wie Captain Harlock (04.03.1978 - 13.02.1979) oder Gundam konnte ich bisher nicht sichten, lediglich für Link Galaxy Express 999 hat es immerhin bisher gereicht. Noch so viel zu tun *seufz*

Um ehrlich zu sein hat mich, neben einigen mittelmäßigen Werken wie Link Animal Treasure Island oder das ebenfalls eine klassische Geschichte aufgreifende Link Alibaba und die 40 Räuber (beide 1971), Link Marine Express (1979) und Link Taro the Dragon Boy (1979), nur wenige Sachen aus dieser Zeit bisher wirklich begeistern können.

Das erste und wohl auch hier zu Lande bekannteste ist sicherlich die von vielen heiß geliebte Serie Link Lady Oscar (1979), die auch mir ein treuer Begleiter im TV war.
Kein Glück hatte hingegen Mach Go Go Go, hierzulande zu traurigem Ruhm gekommen als Speed Racer, das 1971 als erste Anime-Serie über die deutschen TV-Schirme flimmerte, allerdings nach gerade einmal drei Episoden wegen zu vieler Zuschauerbeschwerden (zu gewalttätig!) wieder abgesetzt wurde.

Noch einige Jahre früher allerdings erschien eine andere, starke Frau und sorgte bei vielen wohl vor allem erst einmal für Stirnrunzeln und fragende Gesichter.
Link Belladonna of Sadness (1973) ist ein weiteres einzigartiges Werk aus dem Studio Mushi (kurz vor dessen Bankrott), für das diese mal wieder Eiichi Yamamoto verantwortlich zeichnete, und das zusammen mit zwei anderen Filmen (Sen'ichiya Monogatari und Link Cleopatra) gezielt für ein erwachsenes Publikum produziert wurde.

Selbiges gilt auch für die am 24.10.1971 gestartete TV-Serie Lupin III, welche nach einigen Anfangsschwierigkeiten schließlich Kultstatus erreichen sollte und diverse Fortsetzungen in Serie, TV- und Kinofilm nach sich ziehen sollte.
Eine davon, eine weitere frühe Miyazaki Arbeit, Link Lupin III - Das Schloss des Cagliostro - zwar nur eine von vielen Geschichten des Meisterdiebes, aber bis heute von so manchem Fan als die beste gewertet.

Aber auch Isao Takahata war nicht untätig und legte, neben den beiden Link Panda Link Kopanda (1972 u. 1973), mit seiner Serie Heidi (1974) den Grundstein für die "World Masterpiece Theater" Reihe, die viele (auch im Westen) populäre und auf westlichen Kinderbüchern basierende Serien hervorbringend sollte.


1980
-
1989
broken
Broken Down Film

nausicaa
Nausicaä

twilightq
Twilight Q

grave
Die letzten Glühwürmchen
Das Treffen der Giganten

Aaaah, endlich die 80ziger. Mein bisheriges Lieblingsanimejahrzehnt.
Und das, obwohl es gar nicht mal soooooo überwältigend anfängt.

Die Mecha- und Space-Opera Welle ebbte noch kräftig nach und gebar vor allem eher mittelmäßige Filme wie Link Toward the Terra oder Link Raumstation Cyborg 009 (beide 1980), Link Space Adventure Cobra (1982), und selbst der "Ofuji Noburo Award" Gewinner Link Speed (1980) fällt für mich eher enttäuschend aus.

Auch die Serien mit denen es beginnt, wie Link Königin der 1000 Jahre (1982) und Link Cats Eye - Ein super Trio (1983) sind zwar geliebte Kindheitserinnerungen, aber rein objektiv nur ganz nett.
Selbes gilt auch für den Link Königin der 1000 Jahre Kinofilm.

Lichtblicke waren da schon eher einige aufwendig produzierte Kinofilme wie Link Sirius no Densetsu, Link Jarinko Chie und Link Swan Lake(alle 1981) oder Urusei Yatsura und Link Goshu, der Cellist (beide 1982).

Vielleicht die wichtigste Neuerung der 80er bildet der Siegeszug der Videogeräte in den Privathaushalten, der für eine nachhaltige Veränderung der Geschäftsmöglichkeiten, nicht nur aber auch für die Animeindustrie sorgen sollte, indem er neben Kino- und TV eine dritte Vertriebsform für Filme etablierte.

Die Antwort der Animeindustrie auf diese neue Entwicklung war die Einführung der OVAs mit Mamoru Oshiis Link Dallos (1983) und kurz danach auch die Entstehung der Hentais (Zeichentrick-Pornographie), wie z.B. Cream Lemon (1984).
Damit eröffneten sich bisher nicht dagewesene Möglichkeiten und Freiräume - Themen die bisher zu wenig marktträchtig und/oder zu gewagt für Kino oder TV waren fanden nun einen Nischenmarkt für den sich die Produktion lohnte und der auch gleich fleißig von kreativen Köpfen genutzt wurde und viele außergewöhnliche Produktionen erst möglich machte.

Damit schnellt das Jahrzehnt dann auch steil nach oben und Mitte bis Ende der 80er Jahre sind für mich bis heute noch immer die "Golden Times" der Animegeschichte.

Los geht das Ganze sicherlich erst einmal noch eher konservativ, mit Link Nausicaä (1984), dem Film dessen Erfolg es ermöglichte das Studio Ghibli zu gründen.

Doch nur ein Jahr später (nachdem er mit Link Bagi, the Monster of Mighty Nature (1984) noch kurz das sexy Catgirl etablierte) läutete Osamu Tezuka mit seinen Kurzfilmen Link Jumping (1984) und Link Broken Down Film (1985) quasi (na ja, die allgemein guten Gewinnzahlen und dementsprechend hohen Budgets selbst für Nischenproduktionen haben wohl auch ihren Teil dazu beigetragen) eine Phase ein, die für mich zu den absoluten kreativen und experimentellen Hochzeiten der Animes gehört.

Es folgten Werke von damals zum Teil noch unbekannten Leuten, die helfen sollten die bereits in den 60ern entstandene Independent Bewegung, und ihr Ziel Anime nicht nur als Unterhaltungs- sondern vor allem auch als Kunstform zu etalieren und weiterzuentwickeln, letztendlich in den Mainstream und in die großen Studios zu tragen und den ein oder anderen Namen als zukünftige, feste Größe in der Industrie zu etablieren
Da wären unter anderem:

Link Angels Egg (1985) von Mamoru Oshii
Link Night on the Galactic Railroad (1985) von Gisaburo Sugii
Link Bobi ni kubittake (1985) von Toshio Hirata
Link Manie Manie (1987) von Yoshiaki Kawajiri, Rintaro und Katsuhiro otomo
Link Twilight Q (1987) von Mamoru Oshii und Tomomi Mochizuki
Link Robot Carnival (1987) von Katsuhiro Otomo, Atsuko Fukushima, Horuyuki Kitazume, Mao Lamdo, Hidetoshi Ohmori, Koji Morimoto, Yasuomi Umetsu, Hiroyuki Kitakubo und Takashi Nakamura
Link Legend of the Forest (1987) von Osamu Tezuka
Link Take the X Train (1987) von Rintaro
Link Wings of Honneamise (1987) von Hiroyuki Yamaga
Link Akira (1988) von Katsuhiro Otomo
Link Appleseed (1988) von Kazuyoshi Katayama

Aber das waren freilich noch nicht alle Highlights dieser Zeit. Auch das Studio Ghibli war nicht untätig und legte mit Link Laputa - Castle in the Sky (1986), Link Die letzten Glühwürmchen (1988), Link Unser Nachbar Totoro und Link Kikis kleiner Lieferservice (1989) nach.

Der kreative Boom der späten 80er Jahre fand allerdings ein rasches Ende in allgemein wirtschaftlich schlechten Zeiten ("bubble economy") und dem Bankrott einiger Produktionsstudios, die ihre großen Budgets nicht mit Kassenerfolgen wieder rein holen konnten.
Als trauriges Symbol dafür steht dann wohl auch der Tod Osamu Tezukas im Februar 1989. Das Ende einer Ära.

Weitere, aus meiner persönlichen Sicht, erwähnenswerte 80er Produkte sind freilich außerdem:

Link The Star of Cottonland (1984)
Link Die Kickers (1986)
Link Saber Rider and the Starsheriffs (1986)
Link Lily C.A.T. (1987)
Link Ranma ½ (1989)
Link Riding Bean (1989)
Link Wicked City (1989)


1990
-
1999
mononoke
Princess Mononoke

gits
Ghost in the Shell

perfectblue
Perfect Blue
The 90s

Nach dem großen Boom der 80er Jahre sollte sich das Klima in der Industrie wieder etwas abkühlen. Große Budgets blieben in Folge wieder den erfolgsversprechenden Projekten vorbehalten, die mit vorliebe auf bereits erfolgreichen Vorlagen beruhten oder genug Genrekonventionen berücksichtigten um gut bei den Fans anzukommen.
Die wirklich bahnbrechenden Werke verlagerten sich mehr auf den Sektor der TV-Serien, wo unkonventionelle Animemeilensteine wie Link Neon Genesis Evangelion (1995) oder Link Cowboy Bebop (1998) nicht nur die Fans beeindruckten, sondern auch zu Role Models für die Industrie wurden.

Ebenfalls wurde mit Sailor Moon (1992) das inzwischen schon fast ausgestorbene Magical Girl Genre tosend wiederbelebt, was nicht nur in Japan große Wellen schlug, sondern auch in Deutschland (wenn auch recht verspätet erst Ende der 90er) den ersten wirklich großen Animeboom auslöste.
Serien wie Pokemon (1997), One Piece (1998) oder Yu-Gi-Oh! (1998) sollten Folgen und die deutsche Animeszene fortan vergrößern, aber auch spalten.

Mit Link Serial Experiment Lain (1998) sollten in Japan derweil auch Animeserien für ein älteres Publikum, die erst Nachts ausgestrahlt werden, einen größeren Zulauf erhalten und dieses Genre etwas etablieren.

Aber auch auf Seiten der abendfüllenden Spielfilme gibt es immernoch die ein oder andere Perle zu entdecken.

Da wäre natürlich allen voran das Studio Ghibli, das weiter fleißig für Animehighlights sorgte und die Herzen der Fans mit Filmen wie Link Only Yesterday (1991) Link Porco Rosso (1992), Link Pom Poko (1994), Link Stimme des Herzens (1995), Link Princess Mononoke (1997) oder Link Meine Nachbarn die Yamadas (1999) verzauberte.

Aber auch so manches eher experimentelle Nischenwerk entdeckte durchaus noch das Licht der Welt, wie Link Frühling & Chaos (1996) oder Link Memories (1996), eine quasi Neuauflage von "Manie Manie".

Mamoru Oshii werkelte ebenfalls fleißig und brachte mit Link Patlabor (1990) und vor allem Link Ghost in the Shell (1995) wichtige Animes heraus, die auch im Westen begeistert aufgenommen und auch gern in eigenen Werken (nicht zuletzt der große Erfolg Matrix) zitiert wurden, und auch seine Panzer-Corps Welt die er bisher in 2 Realfilmen aufgegriffen hatte bekam mit Link Jin Roh (1998, Hiroyuki Okiura) eine gelungene Animeadaption.

Aber abseits vom großen Erfolg und Aufmerksamkeit konnten auch neue Namen überraschend beeindrucken, allen voran Satoshi Kon mit seinem Thriller Link Perfect Blue (1997) und das Studio 4°C mit einem frühen CGI Experiment namens Link Tobira o Akete (1995) und Link Onkyou Seimeitai Noiseman (1997), dass fortan maßgebend dazu beitragen sollte die Superflat-Bewegung in die Animeszene zu übertragen.

Und nicht zu vergessen natürlich auch unabhängige Künstler wie Koji Yamamura (Link Bavel no Hon 1996) oder Shigeru Tamura (Link URSA minor BLUE 1994 und Link Glassy Ocean 1998) die, ganz in der Tradition der 60er Pioniere, in und an einem ganz eigenen Verständnis von Anime arbeiten.

Weitere persönliche Highlights dieser Dekade sind auch Link Tenchi Muyo (1992) und Link Nekojiru Gekijou Jirujiru (1999).



2000
-
2009
roboticangel
Robotic Angel

millenium
Millennium Actress

chihiro
Chihiros Reise ins Zauberland

mindgame
Mind Game


Tsumiki no ie

haruhi
The Melancholy of Haruhi Suzumiya

The new Century

Das neue Millennium brachte in Sachen Anime erst einmal eigentlich wenig bahnbrechende Neuerungen.
Der Trend weg von handgezeichnet und hin zu großem CGI Einsatz geht weiter und ermöglicht immer mehr und detailliertere Animationen, in Sachen Inhalt regieren vor allem die etablierten Klischees, nackte Haut, Harem-Geschichten, Romantik und Comedy stellen immer noch die Mehrzahl kommerziell erfolgreicher Serien.

Stetiger Garant für sowohl kommerziell erfolgreiche, als auch hochwertige Unterhaltung bleibt wie gewohnt das Studio Ghibli, das mit Filmen wie Link Chihiros Reise ins Zauberland (2001), Link Howl's moving Castle (2004) oder Ponyo das verzauberte Goldfischmädchen (2008) nicht nur beweist das Miyazaki es trotz mehrmaligem Anlauf einfach nicht schafft sich vom Filmemachen zurückzuziehen, sondern auch noch Oscarnominierungen und so gar einen Gewinn des weltweit bekanntesten Filmpreisen einfahren kann.
Mit Die Chroniken von Erdsee steht allerdings bereits ein potentieller Nachfolger, in Gestalt keines Geringeren als seinem Sohn Goro, in den Startlöchern und mit Link Das Königreich der Katzen (2002) tritt ein bereits verdienter Ghibli Mitarbeiter ebenfalls seinen ersten Regie-Posten an.

Weniger produktiv, aber dennoch noch nicht ganz verschwunden, zeigten sich auch einige weitere, inzwischen schon alteingesessene Namen des Anime-Geschäfts und so brachte Katsuhiro Otomo mit Link Steamboy (2004) nach 10 Jahren Produktion endlich wieder einen abendfüllenden Film in die Kinos, der zu seinem Erscheinen eine neue Rekordmarke in Sachen Produktionskosten setzte. Zudem liefert er das Drehbuch zu Rintaros großartiger Verfilmung des Osamu Tezuka Mangas Link Robotic Angel (2001).

Und auch Mamoru Oshii bereicherte, nach erneutem Ausflug in die Welt der Realfilme, mit Link Ghost in the Shell: Innocence (2004) und Link The Sky Crawlers (2008) die Animelandschaft und arbeitet auch an der zweiten Staffel der Link Stand Alone Complex (2002) Serie mit.

Endgültig etablieren konnte sich inzwischen Satoshi Kon der mit Filmen wie Link Millennium Actress (2001), Link Tokyo Godfathers (2003) und Link Paprika (2006) immer wieder aufs neue begeistert und mit Link Paranoia Agent (2004) auch den Schritt ins TV wagte.

Ein neuer Name im Geschäft ist Makoto Shinkai, der wie Satoshi Kon Ende der 90er erste Achtungserfolge erzielte und nun mit Link Voices of a Distant Star (2002), Link The Place Promised in Our Early Days (2004) und Link Byousoku 5 Centimeter (2007) zu einem der ganz großen aufsteigen konnte.

Den endgültigen Durchbruch erlebte auch das Studio 4°C, das weiterhin mit experimentellen Kurzfilmen (Link Digital Juice (2002) oder Link Genius Party (2007)), aber auch mit außergewöhnlichen, abendfüllenden Filmen (Link Mind Game (2004)) oder TV-Serien (Link Tweeny Witches (2004)) glänzte und dem es vor allem gelang einen Bogen nach Hollywood zu schlagen und z. B. die Animesequenz zu Tarantinos „Kill Bill“ oder Anime-Anthologien zu erfolgreichen US-Blockbustern (Link Animatrix (2003), Link Batman: Gotham Knight (2008)) beizusteuern.

Aber auch abseits von Mainstream und großem finanziellem Erfolg entwickelte sich Anime auf ganz eigene Weisen weiter und unabhängige Künstler wie Koji Yamamura (Link Atama Yama (2002), Link Kafka - Inaka isha (2007)) oder Kunio Kato (Link Aru Tabibito no Nikki (2003), Link Tsumiki no ie (2008)) konnten nicht nur Fachpreise, sondern letzterer auch einen Oscar gewinnen.

Im TV setzte derweil Link Azumanga Daioh (2002) einen neuen Meilenstein für Comedy, Shinichiro Watanabe kehrte mit Link Samurai Champloo (2003) auf die Mattscheibe zurück und Link The Melancholy of Haruhi Suzumiya (2006) konnte schließlich sogar einen regelrechten Hype auslösen der schließlich im „Haruhism“ schon religiöse Züge annahm.
Wem das zu viel ist, der entspannte bei gehirnschmelzenden Verrücktheiten wie Link Sayonara Zetsubo Sensei (2007) oder tauchte mit Hilfe von Link Lucky Star (2007) oder Link Welcome to the NHK (2006) in die tiefen des Otaku- und Geektums ab.
Für die älteren, die es gern etwas rauer mögen ging Link Kemonozume (2006) neue Wege, vor allem in Sachen Sex im TV und einen ebenso grandiosen wie erschütternden Höhepunkt setzte schließlich das Erdbeben-Drama Link Tokyo Magnitude 8.0 (2009).

Und es gab noch weitere Highlights der Dekade:

Link Nekojiro-Sou (2001)
Link Interstella 5555 (2003) - Daft Punk meets Anime!
Link Nitaboh (2004)
Link Pale Cocoon (2005)
Link Stormy Night (2005)
Link Toki wo Kakeru Shoujo (2006)
Link Tekkon Kinkreet (2006)
Link Kappa no Coo to Natsuyasumi (2007)
Link Piano no mori (2007)